Bündnis Sozialticket NRW kritisiert Preiserhöhung beim VRR

20. Dezember 2018

VRR greift den Ärmsten an Rhein und Ruhr erneut in die Tasche. Zum sechsten Mal innerhalb von 5 Jahren erhöht der Verkehrsverbund VRR zum 1.1.2019 den Preis für sein Sozialticket. Von ursprünglich ‚mal 29,90 € soll der Preis jetzt auf 38,65 € klettern.

Wir sind überzeugt davon, dass die ständigen Preiserhöhungen immer mehr Menschen vom Kauf eines Sozialtickets abhalten. Angeblich soll das Ticket dazu dienen, auch ärmeren Mitbürgern ein Mindestmaß an Mobilität und Teilhabe zu sichern. Doch viele von denen, die eine solche Unter­stützung dringend bräuchten und eigentlich auch berechtigt wären, ein Sozialticket zu erwerben, können sich dieses einfach nicht mehr leisten.

Nicht ganz überraschend stagniert der Absatz an Sozialtickets beim VRR seit einiger Zeit. Die Verantwortlichen im VRR scheint’s nicht groß zu kümmern. Man werde „die Entwicklung weiterhin eingehend beobachten“, so heißt es lakonisch in einer aktuellen Vorlage für die VRR-Gremien.

Wie lange wollen sie denn noch an der Preisschraube drehen? Bis auch der letzte Sozialticket-Kunde entnervt sein Ticket zurückgibt?
Bekämpfung (der Auswirkungen) von Armut, Entlastung von Umwelt – war da ‚mal was?

Wir vom „Bündnis Sozialticket NRW“ bestehen darauf, dass ein Sozialticket in keinem Fall mehr kosten darf, als im Alg-II-Regelsatz für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vorgesehen ist. Das sind aktuell beim Alleinstehenden 27,85 € im Monat. Da die Mobilitätsbedürfnisse auch bei Menschen mit geringem Einkommen nicht an der Stadtgrenze enden, müsste das Ticket sogar deutlich billiger angeboten werden, um zumindest den Erwerb von einigen Zusatztickets zu ermöglichen.

Ohne ausreichende Hilfe des Landes wird das jedoch nicht gehen. Dass es auch im kommenden Jahr bei einem Zuschussrahmen von 40 Mio. € für Sozialtickets in NRW bleiben soll, und das angeblich mit Billigung der großen Verkehrsverbünde, ist aus unserer Sicht mehr als ärgerlich.

Quelle: Bündnis Sozialticket NRW


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