Die Fachkräfteoffensive des Familienministeriums verdient den Namen nicht

23. Dezember 2018

Gießkannenprinzip wird Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung nicht beseitigen. „Die Fachkräfteoffensive des Familienministeriums verdient den Namen nicht. Die angekündigten 300 Millionen Euro sind viel zu wenig, um dem Fachkräftemangel in den Kitas zu begegnen.

Dass Ministerin Giffey das Geld nun nach dem Gießkannenprinzip verteilen will, ist weder nachhaltig noch wird es den Fachkräftemangel kurzfristig beseitigen“, sagt Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die heute vorgestellten Maßnahmen des Familienministeriums. Norbert Müller weiter:

„Bis 2025 fehlen bis zu 370.000 Erzieherinnen und Erzieher. Pro fehlender Fachkraft will das Bundesfamilienministerium also nicht mal 1000 Euro in die Hand nehmen. Das ist ein schlechter Witz. Zudem sind im Haushalt 2019 gerade mal 40 Millionen vorgesehen – die deutlich höhere Anschlussfinanzierung also noch nicht gesichert.

Neben der mangelnden Bezahlung in Ausbildung und beruflicher Tätigkeit sind es vor allem die Arbeitsbedingungen, die diesen wichtigen Beruf unattraktiv machen. Mit dem Kitagesetz hat die Koalition die Chance für verbindliche Qualitätsstandards verpasst. Statt einer Fachkräfte-Gießkanne fordern wir von der Ministerin eine echte Offensive für mehr Fachkräfte. Diese muss sicherstellen, dass bundesweit Ausbildungskapazitäten erhöht werden, die Arbeitsbedingungen sich nachhaltig verbessern und alle, die sich in Ausbildung befinden, endlich eine entsprechende Ausbildungsvergütung erhalten. Als Sofortmaßnahme muss die Bundesagentur für Arbeit den Erzieherberuf zum Mangelberuf erklären.“

Die Fraktion DIE LINKE hat in der vergangenen Sitzungswoche einen eigenen Antrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels vorgelegt: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/064/1906421.pdf

Quelle: Fraktion DIE LINKE


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