30 Jahre Einheit … eine traurige Bilanz

3. Oktober 2020

Mit der medialen Verfolgung der Bundestagsdebatte zum 30-jährigen Bestehen eines angeblich vereinten Deutschlands, wuchs dem Zuschauer immer mehr das Bedürfnis, sich auch dreißigfach übergeben zu müssen. Sämtliche Fraktionen umjubelten live ihre offensichtliche Unfähigkeit eines Einheitsgedanken und belobigten sich zudem ihrer Untätigkeit.

Löhne, Gehälter, Infrastruktur, Gesundheit, Renten ect. … und vor allem im Kopf, ist die Mauer standhaft höher, als diese bis 1990 je war. Die Personen, die für 30 Jahre fortbestehende Unterdrückung mit verantwortlich sind, stehen heute am Pult und labern etwas über Vereinigung, Recht und Freiheit, ohne dabei sich zu schämen.

Aufbau Ost … der bestand doch hauptsächlich in der Abwicklung durch die Treuhand und der Aufbau Ost stand auch für die flächendeckende Sanierung und Erhaltung westdeutscher Arbeitsplätze, sowie für die Entfernung konkurrierender DDR Unternehmensstrukturen.

Alles platt machen … war der Slogan.

Stilllegungen … für ein Appel und ein Ei + 1 DM … all dies bezeichnen heute Diätenempfänger als Erfolgsgeschichte. Woher sollten auch gegenteilige Meinungen kommen, nachdem sämtliche Ämter vom Westen besetzt wurden. (OK, eine Ausnahme klebt noch am Stuhl)

Nein, auf diese 30 Jahre 2. Klasse, wo Menschen auch in dritter Hartz-Klasse rechtlos, unfrei und vom System abgenabelt gehalten werden, kann man wirklich nicht stolz sein. Die geheuchelte Dankbarkeit der friedlichen Revolution können sich all die in den Allerwertesten stecken, welche zu aktuell sozialen Themen die Wasserwerfer wieder auffahren ließen und lassen. Eine Mitbestimmung, wozu auch der Begriff Demokratie – pervertiert herangezogen wird, ist doch längst dem kapitalen Gedanken verfallen.

In einem Land von Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden mit immer länger werdenden Pressemeldungstischen, regiert doch nur das Geld und wer dem sich nicht beugen möchte, bekommt dies sogar schriftlich als Bußgeldbescheid. Artikel 20 GG ohne Genehmigung und Auflagen … existiert schon lange nicht mehr.

In keinem der Bereiche, gibt es einen feierlichen Anlass zum Jubelschrei. An vielen / grob gesehen an allen Stellen brodelt der Unmut und die Ignoranz der Verantwortlichen gleicht dem Orchester auf der Titanic.

Es ist beiweiten kein Tag für geheuchelte Feierstunden. Es ist nur ein Tag, um den Ossis mal wieder zu zeigen, dass auch nach 30 Jahren geistiger Teilung es ein Klacks sein wird, weitere 30 Jahre verblödend eine Einheit doppelmoralisch auszurufen.

Eine Vereinigung … die ist bis heute noch nicht vollzogen worden und wird einheitsparteilich auch gar nicht erwünscht!!!


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