Ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft Priorität haben!

31. Mai 2020

Anlässlich des Internationalen Kindertages fordert ein breites Bündnis unter Federführung der Nationalen Armutskonferenz (nak) Bund, Länder und Kommunen auf, der Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient. Dazu appelliert das Bündnis an die politisch Verantwortlichen endlich konkrete Konzepte mit notwendigen Umsetzungsschritten vorzulegen, die allen Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen ermöglichen!

Jedes fünfte Kind und jede/-r fünfte Jugendliche wächst in einem Haushalt auf, in dem Mangel zum Alltag gehört: Mangel an Geld sowie an sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Chancen. Das muss sich ändern: Wir können nicht länger hinnehmen, dass Kindern und Jugendlichen Startchancen genommen werden ihnen bestimmte gesellschaftliche Erfahrungen und Aktivitäten oft dauerhaft verschlossen bleiben. Folgende Grundsätze sind hierbei für die unterzeichnenden Sozial- und Familienverbände, Gewerkschaften, Stiftungen, Kinderrechtsorganisationen und Einzelpersonen von zentraler Bedeutung:

– Armut ist kein Versagen der/des Einzelnen!
– Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse!
– Jedes Kind ist gleich viel wert!
– Unterstützung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird!

Gerwin Stöcken, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak), erklärt dazu: „Armut grenzt aus und macht krank. Armut schränkt Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung ein und gibt ihnen damit nicht die Chance, auf ein Aufwachsen in Wohlergehen. Die unterzeichnenden Verbände, Organisationen und Gewerkschaften sind sich einig, dass alles getan werden muss, damit alle Kinder gesellschaftliche Teilhabe erfahren können und ein gutes Aufwachsen gesichert ist. Dazu gehören der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme, aktuell auch durch krisenbedingte Aufschläge und vereinfachten Zugang zu Leistungen, die Sicherstellung sozialer Infrastruktur sowie die intensive Begleitung von Kindern und Jugendlichen zurück in ihren Kita- und Schulalltag!“

Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität, mahnt einmal mehr:
„Dass Kinder in unserem Land in Armut aufwachsen müssen, ist untragbar! Es ist nachgewiesen, dass Armut überproportional häufig zu formal niedrigeren Schulabschlüssen, Krankheit und Perspektivlosigkeit bei Kindern und Jugendlichen führt. Dabei brauchen sie die bestmögliche Unterstützung, um ihre Möglichkeiten und Potentiale auszuschöpfen und jenen Bildungs- und beruflichen Weg gehen zu können, der ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Es muss endlich ein Ende damit haben, dass prekäre finanzielle Familienverhältnisse Kinder und Jugendliche von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgrenzen und ihnen deshalb entscheidende Bildungschancen verwehrt werden. Neben einer Kindergrundsicherung brauchen wir dafür flächendeckend kostenlose Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote, ein bedarfsgerechtes Verkehrsnetz sowie eine funktionierende digitale Infrastruktur auch in abgelegenen, ländlichen Regionen für alle Kinder und Jugendlichen.“

Zum Ratschlag Kinderarmut: Auf Initiative der Nationalen Armutskonferenz (nak) trafen sich 2016 zahlreiche bundesweit agierende Organisationen, um gemeinsam Perspektiven der Bekämpfung von Kinderarmut zu diskutieren. Die erste gemeinsame Erklärung „Keine Ausreden mehr: Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen!“ wurde im Juni 2017 als Forderungen zur Bundestagswahl von 46 Organisationen und Einzelpersonen unterstützt und unter breiter medialer Beachtung veröffentlicht. Diese Erklärung wurde in gekürzter Form auch auf die Kampagnen-Plattform „we act“ zur Mitzeichnung gestellt und erreichte fast 40.000 Unterschriften. Anlässlich des 13. Treffens der Menschen mit Armutserfahrung bekräftigte der Ratschlag seine Forderungen mit der Erklärung „Bekämpfung von Kinderarmut muss Priorität haben! – Gemeinsame Erklärung von Nationaler Armutskonferenz, Kinder-, Familien- und Wohlfahrtsverbänden“ im November 2018.

Quelle: Volkssolidarität Bundesverbandes e.V.

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