Wenn die Bundesregierung heute gegen drohende Altersarmut mehr private Altersvorsorge empfiehlt, so kann das durchaus als Hohn gegenüber den Betroffenen bezeichnet werden

Gesetzliche Rente stärken statt auf private Vorsorge setzen

„Wenn die Bundesregierung heute gegen drohende Altersarmut mehr private Altersvorsorge empfiehlt, so kann das durchaus als Hohn gegenüber den Betroffenen bezeichnet werden.“ Damit reagierte der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff, am Mittwoch auf Medienberichte zu Ergebnissen des im Auftrag der Bundesregierung erstellten Berichts zur Alterssicherung in Deutschland (ASiD).

„Die Alterssicherung in Deutschland hat durch die politisch gewollte Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Absenkung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rente erheblich gelitten. Niedriglöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitslosigkeit bewirken niedrige Renten und Altersarmut.“ Gerade jetzt, nachdem parteiübergreifend ein Scheitern der Riester-Rente festgestellt wurde, sei der Rat zu mehr privater Altersvorsorge mehr als ein schlechter Scherz und ignoriere die Ursachen, betonte der Verbandspräsident. „Statt auf mehr private Altersvorsorge zu setzen, brauchen wir eine stärkere Orientierung der gesetzlichen Rente auf die Sicherung eines Lebensstandards im Alter, der nach einem längeren Arbeitsleben deutlich oberhalb der Grundsicherung liegt – auch für diejenigen, die mit ihren Löhnen unterhalb des Durchschnittseinkommens liegen. Dazu muss als erster Schritt die weitere Absenkung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rente gestoppt werden.“

Dr. Friedersdorff verwies auf die Vorschläge der Volkssolidarität zum Reformbedarf in der Alterssicherung, die der Verband kürzlich mit seinen „Rentenpolitischen Leitlinien“ vorstellte.

Quelle: Volkssolidarität

26. Oktober 2016