Wechsel des Strom- oder Gasversorgers

Mit dem Wechsel des Strom- oder Gasversorgers können viele Verbraucher schnell Kosten sparen. Energieexpertin Dr. Katarzyna Trietz von der Verbraucherzentrale Brandenburg gibt Tipps, wie der Wechsel gelingt. Wer sich zusätzlich beraten lassen möchte, kann die kostenlose Wechselsprechstunde der Verbraucherzentrale Brandenburg vom 12. bis 16. März in Anspruch nehmen.

Wie können sich Verbraucher über Energieversorger und Tarife informieren?

Trietz: „Wer sich einen ersten Überblick verschaffen möchte, kann Tarifrechner im Internet nutzen. Mit deren Hilfe erhält man nach Eingabe des persönlichen Jahresverbrauchs und der Postleitzahl eine Vergleichsübersicht über die aktuellen Preise verschiedener Versorger. Wir empfehlen immer, verschiedene Rechner zu nutzen, da es sich oft um kommerzielle Angebote handelt, die sich z.B. über Provisionen finanzieren. Zudem sollte man immer nochmal auf der Homepage des Anbieters recherchieren, wenn man sich für ein Angebot interessiert.“

Worauf sollte man bei der Nutzung von Tarifrechnern noch achten?

„Wir empfehlen einen kritischen Blick auf mögliche Voreinstellungen und Filter. Es ist zum Beispiel sinnvoll, sich die Tarife ohne mögliche Bonuszahlungen anzeigen zu lassen, weil sie häufig an Bedingungen geknüpft sind und nur einmalig gelten.“

Und welchen Tarif soll man wählen?

Wir empfehlen einen Tarif mit kurzer Kündigungsfrist. In der Regel ist es empfehlenswert, sich nicht länger als ein Jahr zu binden. Dann können Verbraucher auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren und nach Ablauf der Bindungsfrist zu einem anderen Anbieter wechseln. Nach Ablauf des Jahres sollte die Kündigungsfrist maximal einen Monat betragen.

Vorsichtig sollten Verbraucher bei Angeboten mit Vorkasse sein, besonders wenn es sich um erhebliche Beträge, wie etwa einen Jahresbeitrag, handelt. Denn bei Insolvenz des Anbieters ist das Geld meist verloren.

Auch von Paketpreisen raten wir ab. Denn meist verbraucht man entweder weniger oder man muss Strom dazukaufen und das meist deutlich teurer als in einem Tarif ohne Paket. Paketpreise kommen höchstens in Frage, wenn Verbraucher über Jahre einen sehr konstanten Verbrauch haben.“

Wer kann am meisten sparen?

„Das höchste Sparpotential haben Verbraucher, die noch im teuren Grundversorgungstarif sind. Hier empfehlen wir auf jeden Fall, über einen Wechsel des Tarifs nachzudenken. Aber jeder Haushalt sollte gelegentlich prüfen, ob er nicht zu viel bezahlt. Man soll jedoch bedenken, dassder Preis natürlich nicht alles ist. Durch einen Wechsel können Verbraucher zum Beispiel eine nachhaltige Stromerzeugung unterstützen, durch geringere Kündigungsfristen eine höhere Flexibilität erreichen oder Unternehmen mit gutem Kundenservice bevorzugen.“

Egal, welcher Wechselgrund für Verbraucher wichtig ist, anlässlich des Weltverbrauchertages lädt die VZB eine Woche lang vom 12. bis 16. März zur kostenlosen Wechselsprechstunde in ihre Beratungsstellen.

Persönliche Termine für die Wechselsprechstunde erhalten Verbraucher am landesweiten Servicetelefon unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr). Zum Termin mitbringen müssen sie nur ihre letzte Jahresabrechnung.

Hintergrund zum Weltverbrauchertag:

Der Weltverbrauchertag ist ein internationaler Aktionstag, an dem öffentlich auf die Rechte der Verbraucher aufmerksam gemacht wird. Er wird seit dem Jahr 1983 jährlich am 15. März gefeiert. Der Weltverbrauchertag geht zurück auf den US-Präsidenten John F. Kennedy, der am 15. März 1962 vor dem amerikanischen Kongress grundlegende Verbraucherrechte proklamierte. Kennedy nannte u.a. das Recht, vor betrügerischer oder irreführender Werbung und Kennzeichnung geschützt zu werden sowie das Recht, aus einer Vielfalt von Produkten mit marktgerechten Preisen auszuwählen. Für die Durchsetzung dieser Rechte stehen – auch noch 56 Jahre später – die Verbraucherzentralen.

Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

12. März 2018