Tram mit Tamtam … und der 50 Euroschein lenkt

13. November 2020

Es ist schon eine lustige Nummer – dieses Coronading – welches wie ein Geist über den Geistern schwebt und den kreativen Geist darüber noch zum schweben bringt. Und weil man sich im „coronabedingten Wahnfieber“ befindet, versucht man nun mit Speckwürfeln die weißen Mäuse zu füttern, welche erst zuvor ausgerottet wurden.

Ähnliches Phänomen ist bei den Pflegekräften zu beobachten. Da half einfaches Klatschen, um über die Coronalage hinweg zu kommen. Anders sieht es aber aus, wenn die „Schnüffelhochburgen“ mit lernwilligen Rotznasen beliefert werden sollen. Da reicht ein Klatschen nicht mehr aus, daher hat man sich eine andere Kuriosität ausgedacht.

GELD … das heiligt alle Mittel.

Und so wirft man die „finanzsicherheitsverpackten Krumen“ gezielt dorthin, wo ein Zugriff – unter größter Wahrscheinlichkeit – ausgeschlossen werden kann, aber politisch ein tolles Statement zur kommenden Wahl gesetzt werden kann mit dem O-Ton … schaut her, wir machen alles möglich und vorher kaputt.

Konkretes Beispiel gefällig?

ÖPNV und die Schülerbeförderung in Corona-Zeiten soll entzerrt werden.

Im Grunde ist dies nicht nur zur Coronazeit ein Punkt, wo einem der Hut hoch gehen könnte, aber mit Corona wirkt der jahrelange Mangel an Mensch und Maschine dem Geiz und die gewinnbringende Geilheit zum Euro doppelt so schlimm entgegen. Seit Jahrzehnten, ist die Massenbeförderung und die daraus sich ableitenden Arbeits- und Berufsbedingungen ein Grund zur Diffamierung und durch einfache Klatscher, lässt die Lage sich leider nicht verbessern.

„Mit dem Geld aus einer neuen Corona-bedingten „Sonderfinanzhilfe“ im Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz sollen die für den ÖPNV und die Schülerbeförderung zuständigen Landkreise und Städte mehr Fahrzeuge zu den Hauptverkehrszeiten einsetzen und zusätzliche Infektionsschutz-Maßnahmen umsetzen können. „

Klingt – mal abgesehen wer dies alles zahlt und wer zum Schluss den Reibach macht – schon mal nicht schlecht. Es kommt aber besser:

„Wir wollen den Kommunen daher schnell helfen, alle verfügbaren Möglichkeiten zu ergreifen, um die Situation in Bussen und Bahnen gerade zu Stoßzeiten für Pendler und Schüler zu entzerren.“

Wow, da kommt doch schon fast ein „schneller“ Jubelschrei auf, wenn da nicht dies wäre:

„Da vielerorts Busse und Fahrpersonal fehlen, wird das nicht immer möglich sein. Ich setzte aber auf kreative Lösungen der Verantwortlichen vor Ort … „

Und da kam er – der Schenkelklopfer, welchen man mit dem Klatschen beim Pflegepersonal gleichsetzen könnte, zumindest im Klang.

Kreativität ist gefragt … Ochsen oder Eselskarren?

Und wer nun den lockeren Euro hüpfen sieht, um endlich mal ein funktionsfähiges Beförderungssystem aus den Schuhen zu holen, den muss auch schon mächtig das Virus befallen haben, denn die Finanzspritze sieht leider wie folgt aus:

„Die Auszahlung soll im Nachgang durch die Landesnahverkehrsgesellschaft erfolgen, sodass nur die Kommunen Geld erhalten, die tatsächlich mehr Platzkapazitäten schaffen oder besondere Hygienemaßnahmen veranlassen.“

Bedeutet, erst investieren und anschließend fallen gelassen werden … also eigentlich alles wie immer. Tja, mit sozialen Belangen, lässt sich im kapitalistischen System leider kein Euro machen. Alte, Kinder, Schulen, Arbeitslose ect. … sind im Gegensatz zu Fluggesellschaften, Banken und Energieriesen nur Kostenfaktoren in dieser Gesellschaft und daher nicht reformbedürftig.

Pervers – oder?

Übrigens sind die Zitate im Volltext hier zu bestaunen und vielleicht findet sich ja noch ein Unternehmen, welches sich noch tiefer im Schuldenberg verstecken möchte, oder mit einer Fernlinie sich am Preiskampf beteiligen will.

Eines jedoch ist der Meldung abzuleiten, dass die Verfasser dieser Pressemeldung, schon lange keinen Bus mehr von innen gesehen haben können, denn dann würden solche Lacher nicht mehr kommen: “ … verbesserte Lüftungsanlagen“ – „Anmietung von Reisebussen“ … wo dann nur der 50 Euroschein am Steuer sitzen kann, jedoch erst nach Fahrtende „eventuell“ zur Auszahlung kommt.

Geld soll man ja arbeiten lassen und so blicken wir derzeit auch auf die vielen Baustellen, wo 10, 20 und 50 Euroscheine an den Spaten und Schaufeln sich einen Cent abrackern, damit die Busse die es zwar gibt, aber … in der Quadratur des politischen Kreises nur eines können – Kosten verursachen.

Coronafreien Tag … wünscht der Sozialticker und nicht vergessen, bei der kommenden Wahl wieder die Kreuze bei „Weiter so!!!“ zu setzen, sonst geht uns mal der Stoff aus. 🙂


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