Studierende müssen oft ein Leben unterhalb der Armutsgrenze führen

2. August 2018

Die Entwicklung der Zahl der BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger ist ein Armutszeugnis – jedes Jahr kommen Tausende Menschen mehr an die Hochschulen, aber die Zahl der BAföG-Empfängerinnen und Empfänger sinkt kontinuierlich.

Eine überwältigende Mehrheit der Studierenden muss deshalb ein Leben unterhalb der Armutsgrenze führen“, sagt Nicole Gohlke, wissenschafts- und hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Zahl der BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger. Gohlke weiter:

„Einst war das BAföG dazu da, die sozialen Zugangsbarrieren zu einem Hochschulstudium zu beseitigen und bedarfsgerecht Lebensunterhalt und Ausbildung zu fördern. Doch heute werden immer weniger gefördert und die mickrigen Regelsätze decken bei weitem nicht die Kosten der Lebensrealität der Studierenden ab. Aus diesem Grund müssen zwei Drittel aller Studierenden (69 Prozent) neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die enorme Belastung erschwert die Konzentration auf das Studium, weshalb Studienzeiten verlängert werden, Studienabbrüche steigen und Depressionserkrankungen bei Studierenden zunehmen.

Der freie Zugang zu Bildung ist ein Menschenrecht. Bildung darf nicht von Einkommen, Vermögen oder Bildungsstand des Elternhauses abhängen, wie es in Deutschland viel zu häufig der Fall ist. DIE LINKE fordert umgehend eine erhebliche Erhöhung und Ausweitung des BAföG, orientiert an der tatsächlichen Lebensrealität der Studierenden. Unter derzeit 1.050 Euro netto monatlich droht in diesem Land Armut. Die BAföG Sätze müssen dem gerecht werden. Außerdem muss es in einen Vollzuschuss umgewandelt werden, damit sich niemand verschulden muss.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE


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