Wenn Stromkonzerne um Milliarden pokern

13. März 2018

Die Energiekonzerne machen sich daran, die Energiewende zu kapern. „Wenn die Stromkonzerne um Milliarden pokern, bedeutet das meist nichts Gutes für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Das geplante Tauschgeschäft von RWE und Eon führt zwangsläufig zu einer Machtkonzentration in den Bereichen Energieerzeugung und Netze. Zu glauben, dass diese Aufteilung der Märkte die Strompreise senken wird, ist naiv, denn die Stromkonzerne geben die gesunkenen Börsenstrompreise seit Jahren nicht an die Privathaushalte weiter.

Die privaten Haushalte werden den Deal am Ende bezahlen“, erklärt Lorenz Gösta Beutin mit Blick auf die Einigung von RWE und Eon, die RWE-Ökostromtochter Innogy unter sich aufzuteilen. Der klima- und energiepolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Es ist schon absurd, dass ausgerechnet der Kohlekonzern RWE, dessen Vorstandschefs bis vor wenigen Jahren die Energiewende belächelt und bekämpft haben, damit zum drittgrößten Ökostromerzeuger Europas wird. Der Kauf des Stromnetzes durch Eon führt auch in dieser Sparte zu neuer Konzentration. Eon spekuliert weiterhin auf die hohen Garantierenditen, welche die Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihrer monatlichen Stromrechnung zu zahlen haben. Die Bürgerenergie als Garant für eine Energiewende der vielen Kleinen wird einer Energiewende der wenigen Großen weichen. Machen große Energiekonzerne den Durchmarsch, wird das nicht ohne Folgen für die Ökostrombranche bleiben.

Künftig wird die Bundesnetzagentur mal genauer hinsehen müssen. Ich erwarte, dass hier eine intensive und kritische kartellrechtliche Prüfung stattfinden wird. DIE LINKE fordert eine staatliche Stromaufsicht und Transparenz bei den Netzentgelten.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE


Weitere Meldungen: