Regierungs- und Politik-Kritik – Offener Brief an Bundespräsident Joachim Gauck von Almut Rosebrock, kritisch mitdenkende Bürgerin

Sehr geehrter Herr Gauck!

Hier geht die Berichterstattung auf Ihre Reaktionen in Dresden ein. Ich selbst bin in Lübeck-Schlutup in 300 m Luftlinie zur DDR-Grenze aufgewachsen (Jg. 1968), mein Vater ist aus Magdeburg, wir haben auch regelmäßig Großeltern, Tante und Großtante „drüben“ besucht. Ich „kenne“ die DDR also auch vom Ansehen. Ich habe den Gottesdienst in Dresden dankbar am Fernseher mitverfolgt.

Meine Tante, 85, in Magdeburg lebend, Ärztin gewesen, bis 1990 im Zuge der Wiedervereinigung ihre Sani-Stelle in den Stahlbetrieben in Ilsenburg / Harz geschlossen wurde,
die dann, mit 59 Jahren in die SPD eintrat und 12 Jahre aktiv Kommunalpolitik machte, ist jetzt wieder zurück in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts, Magdeburg.
Sie ist froh über die Erfahrungen, die sie am „Anfang“ des gemeinsamen Deutschlands machen konnte, die politische Mitgestaltung.
Heute jedoch leidet sie schwer unter den Problemen der medizinischen Versorgung! Wie schwierig es ist, einen zeitnahen Arzttermin zu bekommen.

Ständig wird sie wieder zur Steuererklärung gemahnt – obwohl sie – mit ihren ca. 1500 Euro Rente – nach einem vollen Arbeitsleben – die vorigen 5 Jahre nie Steuern zahlen musste.

Sie betont immer wieder, dass die Zeit in der DDR klar ihre glücklichste gewesen ist. Alles so einfach und organisiert.
Ihre Mutter, meine Oma, war immer (politik-)kritisch – als Jahrgang 1903 hat sie viele Regimes erlebt!
1994 verstarb sie jedoch – nach anfänglicher Euphorie über Kohl und die Wiedervereinigung – ziemlich enttäuscht und verhärmt.

Mein Vater, Jg. 1934, hat oft Anregungen an die Politik geschrieben in seinem Ruhestand – er war Gymnasiallehrer und Pianist.
Er hat so gut wie nie adäquate Antworten bekommen (worauf man in der DDR ein Anrecht hatte!).
Inzwischen hat er, seit ca. 3 Jahren, das „Gefühl“ entwickelt, er habe sich „schuldig“ gemacht durch seine Schreiben.
Leider kann er, mit dadurch, nicht mehr zu Hause leben, sondern ist seit 2,5 Jahren im Altenheim.

Es ist traurig für alle Beteiligten – und ich meine, es hätte nicht so enden müssen, bei adäquaten Reaktionen, Rückmeldungen aus der Politik –
die ich aber auch NICHT erfahre! Man mag ja einiges verkehrt machen – und Sie haben „Stress“ –
aber im Gegensatz zu MIR werden SIE für Ihre Arbeit auch bezahlt! Und bezeichnen sich als „Volksvertreter“.

Dieses Wort entwickeln Kritiker dann weiter zum „Volks-Verräter“ –
weil sie der Auffassung sind, dass „deutsche Interessen“ in der kapitalisierten und internationalisierten „Global-Wirtschafts-Welt“ zu kurz kommen.
Bei der geplanten „Auflösung der Nationalstaaten“ in der EU (inkl. „Brüsselomanie“!) – die ich auch sehr kritisch sehe und nicht gut finde!
Und dass auch der MENSCH heutzutage zu kurz kommt. Wenn sich alles um Geld, „freie Märkte“ und Kapital dreht.
Wenn die so genannte Europäische Zentralbank mal eben die GRUNDLAGEN unseres Wirtschaftssystems außer Kraft setzt – und damit eiskalt alle SPARER enteignet!

Und dann die Überfremdung. Eine Bestatterin berichtete mir gerade, dass alteingesessene Bürger, die ihr Leben in einer Stadt verbrachten,
die dann aber durch Pflegenotwendigkeit verarmten, durch die Sozialhilfe gerade einen Grabplatz rund um das (private) Krematorium (für 200 Euro) finanziert bekämen –
die Städte nehmen deutlich mehr (wir müssen gerade für eine neue Urne für 17 mehr Jahre das Grab „kaufen“ – bis 2041 – 950 Euro kostet der Spaß… .)
Die Asche dieser armen Bürger komme nicht in die Heimatstadt zurück – außer bei Muslimen und Juden, da werde (selbstverständlich!) MEHR bezahlt!

Ich habe Bekannte, denen Kinder von Jugendämtern weggenommen wurden – keine adäquate Unterstützung wurde (vorher) gegeben!
Ich habe 2 „Fälle“, wo Deutsche – nach heftigen Attacken von Migranten – SELBST zwangseingewiesen in die Psychiatrie wurden.
Es gibt viele andere Missstände, Betrügereien, Alltags-Stress, Mobbing und Gewalt gegen Schüler, Frauen, usw. –
was erheblich zugenommen hat, infolge politisch gewollter Veränderungen.

Es ist BÜRGERRECHT, dagegen auf die Barrikaden zu gehen. Eine eigene – auch kritische – Meinung zu haben – und diese zu äußern.
Ich habe mich über die Proteste in Dresden gefreut – auch, wenn es vielleicht „nicht schön“ war.
Aber es ist kein „Fremdenhass“ – eine kritische Haltung ist NICHT gleich Hass!
Da vereinfachen die Medien und die Populisten der „anderen Seite“ meines Erachtens unzulässig.
Auch in der Behauptung, „die da (von Pegida oder AfD) seien „undemokratisch“. Vielleicht ist eher das gegenteil der Fall? Und Sie sollten die MISSSTÄNDE,
die angeprangert werden, mal sehen – thematisieren – und angehen?!? Totschweigen führt jedenfalls NICHT weiter!

Es ist keine einfache Lage – und Sie brauchen Weisheit, Kraft, Mut – und ERNSTHAFTIGKEIT!

Viele Grüße – ich schließe – es wird ja sowieso wohl keine Antwort geben.
Wenn doch, freue ich mich.

Quelle: Almut Rosebrock, Mutter zweier Teenager, Christin (Wahlspruch „Wer vor GOTT niederkniet, kann vor Menschen geradestehen“), kritische Bürgerin

5. Oktober 2016