Neue Leitlinien für die Geburtshilfe

20. September 2018

Das Abrechnungssystem in der Geburtshilfe über Fallpauschalen (DRG) im Krankenhaus ist nach Ansicht der Bundesregierung zweckmäßig und bietet keine materiellen Fehlanreize.

In der Antwort (19/4283) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/3974) der Fraktion Die Linke heißt es, die in der Anfrage zum Ausdruck gebrachte Kritik an der Versorgungslage und die Identifizierung des Vergütungssystems als alleinigem Verursacher von Mängeln und Problemen werde nicht geteilt.

Die Bewertungsrelationen des Fallpauschalenkatalogs basierten auf empirisch ermittelten, durchschnittlichen Kosten. Höhere Bewertungsrelationen spiegelten höhere Kosten wieder und bedeuteten nicht, dass ein höherer Gewinn erzielt werde. Das gelte auch bei der Versorgung von Frühgeborenen mit erheblichem personellen und technischen Aufwand sowie häufig längeren Verweildauern.

Eine höhere Vergütung erzeuge damit nicht automatisch einen Anreiz zur Erbringung einer Leistung. Letztlich seien auch die Ärzte für alle Therapieentscheidungen verantwortlich und dabei nur den Patientenwohl verpflichtet. Zusätzliche individuelle Behandlungen als additiv abrechenbare Leistungen gebe es im DRG-System in der Geburtshilfe nicht.

Zur besseren Versorgung in der Geburtshilfe seien zwei neue Leitlinien geplant. Damit würden Interventionen unter der Geburt auf ein medizinisch erforderliches Maß reduziert. Die Fachgesellschaften arbeiteten derzeit an Leitlinien zur natürlichen Geburt und zu Kaiserschnitten.

Quelle: Deutscher Bundestag – HIB


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