Missstände in den Jugendämtern beheben

14. Mai 2018

Die Situation in den deutschen Jugendämtern ist prekär, die Missstände dort müssen dringend behoben werden, denn es geht um das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in unserem Land. Hier darf sich die Bundespolitik nicht unter Verweis auf kommunale Zuständigkeiten wegducken, kommentiert Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, eine aktuelle Studie der Hochschule Koblenz und der Deutschen Kinderhilfe.

Müller weiter:

„Wachsende Aufgaben und immer mehr Verpflichtungen bei geringer Bezahlung haben eine Überlastung zur Folge, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur immer weiter von den Familien entfernt, sondern auch zu einem hohen Krankenstand führt. Wenn beispielsweise zwei Drittel der Arbeitszeit für interne Falldokumentationen verwendet werden müssen, läuft einiges schief. Die Defizite sind seit langem in der Fachwelt bekannt und unbestritten, nun aber liegt erstmals eine wissenschaftliche Studie vor, die eine klare Botschaft an die Politik sendet: Die Finanzausstattung der Jugendhilfe muss verbessert werden und es braucht weitere 16.000 Beschäftigte in den Jugendämtern. Das können die Kommunen allein nicht stemmen, hier ist die Bundespolitik gefragt.

DIE LINKE setzt sich seit langem für eine Stärkung der Jugendhilfe ein. Dazu braucht es allerdings mehr als kleine Reförmchen. Nötig ist eine Bestandsaufnahme, bevor es wie im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vereinbart zu einer Reform der Kinder- und Jugendhilfe kommt. Wir müssen die Fachlichkeit durch bessere Studiengänge und Ausbildungen stärken. DIE LINKE wirbt daher für eine Enquete-Kommission zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE


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