Lebensbedingungen von Kindern werden überwiegend vom Elternhaus geprägt

19. September 2018

Weltkindertag – „Die Lebensbedingungen von Kindern werden überwiegend vom Elternhaus geprägt“, weist Caritas-Präsident Peter Neher, anlässlich des Weltkindertages, darauf hin, dass in Deutschland die Bildungschancen von Kindern immer noch sehr ungleich verteilt sind.

Das Einkommen der Eltern, das Wohnumfeld, die Teilhabe an außerschulischen Freizeitaktivitäten – das alles verbinde sich zu einem sich gegenseitig verstärkenden Muster, das die Lebenschancen der Kinder schon früh massiv vorbestimmen kann. „Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müssen wir die Familien stärken. Wir brauchen ein chancengerechtes Bildungssystem, das in der Schule und neben der Schule eine auf die individuelle Förderung ausgerichtete Pädagogik gewährleistet. Flächendeckende Angebote im Rahmen der Schulsozialarbeit oder der schulbezogenen Jugendsozialarbeit sind in allen Schulformen umzusetzen“, so Neher.

Dringend verbessert werden müssten auch der Zugang zu Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets und deren Umfang. „Es kann nicht sein, dass Lernförderung erst gewährleistet wird, wenn eine unmittelbare Versetzungsgefahr droht“, kritisiert Neher. Die Antragstellung dafür müsse vereinfacht und das Schulstarterpaket bedarfsgerecht aufgestockt werden. Auch die Eigenanteile zur gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen sowie für Schülerbeförderungen sollten entfallen.

Der Deutsche Caritasverband fordert entsprechende Regelungen, die im Koalitionsvertrag vorgesehen sind, zügig umzusetzen. „Es ist nicht akzeptabel, dass Kinder aus benachteiligten Familien in der Schule häufig nur Zuschauende statt Teilnehmende sind. Solche demütigenden Erfahrungen sind lebensprägend“, so Neher.

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V.


Weitere Meldungen: