Krebspatienten mit Chancen auf Kinder

14. Juni 2018

Bei Krebspatienten sollten nach Ansicht der FDP-Fraktion Behandlungen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden. Krebstumore und die in der Krebstherapie eingesetzten Medikamente, Behandlungsmethoden und Eingriffe könnten Betroffenen die Chance auf eigene Kinder für immer nehmen, heißt es in einem Gesetzentwurf (19/2689) der Fraktion.

Methoden zur Erhaltung der Fruchtbarkeit wie die Konservierung und Einlagerung von Keimzellen und Keimgewebe würden derzeit nicht von der GKV finanziert. Die Folge seien erhebliche finanzielle Belastungen für die Patienten.

Rund 2.000 Kinder und 15.000 junge Menschen zwischen 18 und 39 Jahren erkrankten jedes Jahr an Krebs. In vielen Fällen seien Heilungserfolge zu verzeichnen. Jedoch führten die Tumore und die zu deren Behandlung eingesetzten Medikamente, Chemo- und Strahlentherapien sowie operative Eingriffe, etwa an den Eierstöcken, der Gebärmutter oder den Hoden, bei einem Teil der Betroffenen zu Unfruchtbarkeit.

Fruchtbarkeitserhaltende Methoden durch Entnahme, Konservierung und Einlagerung von Keimzellen oder Keimgewebe seien medizinisch gut etabliert. Schon bei Kindern ab 13 Jahren sei eine Gewinnung reifer Keimzellen möglich.

Diese Vorsorge würde es vielen geheilten Krebspatienten ermöglichen, zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens eigene Kinder zu bekommen. Mit der Gesetzesänderung würden junge Patienten von der Notwendigkeit befreit, Behandlungen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit vor Beginn einer Krebstherapie aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Quelle: Deutscher Bundestag – HIB


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