Kommen bald die neuen 100 Prozent Lohnsklaven aus Hartz IV?

10. Oktober 2018

Die Bundesregierung will Langzeitarbeitslosen durch einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt den Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglichen. Das ist das Ziel eines Gesetzentwurfes (19/4725), mit dem verschiedene Unterstützungs- und Betreuungsangebote für langzeitarbeitslose Menschen auf den Weg gebracht werden sollen.

Zum einen soll für „sehr arbeitsmarktferne“ Personen, die in den vergangenen acht Jahren mindestens sieben Jahre Arbeitslosengeld II bezogen haben, ein neues Instrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ in das SGB II (Zweites Buch Sozialgesetzbuch) eingeführt werden. Das beinhaltet einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent zum Mindestlohn in den ersten beiden Jahren. In jedem weiteren Jahr wird dieser Zuschuss um 10 Prozentpunkte gekürzt. Ferner ist ein begleitendes Coaching für Beschäftigte und Arbeitgeber vorgesehen. Die Förderdauer soll maximal fünf Jahre betragen.

Das zweite, neu gefasste Instrument im SGB II mit dem Titel „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ soll eine Rechtsgrundlage für einen neuen Lohnkostenzuschuss schaffen. Es richtet sich an ALG-II-Bezieher, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Gefördert werden soll auch hier sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, für die es im ersten Jahr einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von 75 Prozent und im zweiten Jahr mit der Hälfte des gezahlten Lohnes geben soll. Es soll ferner eine Nachbeschäftigungspflicht des Arbeitgebers von sechs Monaten nach Ende der Förderung, ein begleitendes Coaching und Qualifizierungsmaßnahmen geben.

Quelle: Deutscher Bundestag – HIB

Anmerkung Sozialticker … „sehr arbeitsmarktferne Personen“ – sind dies nicht eher die Politiker, welche „noch realitätsferner“ am Diätentopf sich laben?

Geschichtlich gesehen, dreht sich der Arbeitsmarkt im Kreis und wir nähern uns der düsteren Zeit wieder an. Übrigens haben wir noch keinen „Bezieher“ getroffen, welcher angeblich „ausgegliedert“ war oder ist. Alle die wir jemals kennengelernt haben, stehen voll im hiesigen Leben. Vielleicht kann uns mal einer einen „Ausgegliederten“ zeigen. Wir sind da schon sehr gespannt drauf. (der hat bestimmt Antennen auf dem Kopf und sieht grün aus bzw. ist ein Mitbringsel der Marsmission – oder?)

Auch sehr spannend finden wir die sicherlich sanktionsbedrohte Vormundschaft der „Ja-Sager“ (welche es bereits schon im SGB gibt) durch bestimmt hoch qualifiziertes Coachingpersonal. Im Grunde sind diese „Spezies“ gleichfalls „joblos“, wenn es die politisch erschaffenen „Joblosen“ nicht geben würde. Und von der Subventionierung (welche es auch schon bereits im SGB gibt) zum Nachteil von ethisch und moralisch noch agierenden Firmen, wollen wir erst gar nicht nachdenken.

Mal zur Kenntnis gereicht … es gibt zwar reichlich Arbeit – aber nicht für Jeden !!!


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