Jammern hausgemacht – Azubis sind keine Billigarbeitskräfte

Verbesserung der Ausbildungsqualität dringend notwendig. „Das Klagelied von Ausbildungsbetrieben in manchen Branchen, es gebe keine Azubis, ist oft hausgemacht. Azubis sind weder Billigarbeitskräfte noch lockt man sie mit einem schlechten Ruf der Ausbildungsbedingungen“, erklärt Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Veröffentlichung des Ausbildungsreports 2018 des DGB.

Bull-Bischoff weiter:

„Das Jammern über nicht besetzte Ausbildungsstellen ertönt besonders in solchen Branchen, denen der Ruf miserabler Ausbildungsbedingungen und schlechter Vergütung vorauseilt. Besonders Azubis im Hotelwesen und in der Gastronomie, zahnmedizinische Fachangestellte, Azubis im Einzelhandel und in Teilen des Handwerks stufen ihre Betriebe als mangelhaft ein. Hohe Abbruchquoten, hoher Krankheitsstand und Probleme bei der Besetzung der Ausbildungsstellen sind Symptome schlechter Arbeitsbedingungen und verfehlter bzw. schleppender Ausbildungspolitik der Bundesregierung.

Es leuchtet auch nicht ein, warum 290.000 junge Menschen nach der Schule im Übergangssystem festhängen, während im letzten Jahr 48.000 Ausbildungsplätze unbesetzt blieben. Arbeitgeber sollten sich vom Kurs der Bestenauslese verabschieden, im eigenen Laden aufräumen und kreativ werden, um Azubis zu gewinnen, statt zu jammern.

DIE LINKE fordert dringend eine umfassende Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), die u.a. folgendes verankert: eine Mindestausbildungsvergütung, die zum Leben reicht, keine Beschäftigung, die über die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht, die Einrichtung von Beschwerdestellen, die ein niedrigschwelliges und barrierefreies Beschwerdemanagement ermöglichen, sowie einen geeigneten Betreuungsschlüssel von Ausbildern und Azubis.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

16. September 2018

Weitere Meldungen