Gericht verhängt gegen Jobcenter Verschuldenskosten

Verweigert ein Jobcenter EU-Ausländern, die wegen eines Minijobs als Arbeitnehmer anzusehen sind, aufstockendes Arbeitslosengeld II, ohne hierfür eine Stütze im Gesetz oder in der Rechtsprechung zu finden, kann das Sozialgericht der Behörde bereits im Eilverfahren wegen missbräuchlicher Rechtsverteidigung Verschuldenskosten auferlegen.

Dies ergibt sich aus dem Beschluss des Sozialgerichts Dortmund vom 13.06.2017 (Az.: S 19 AS 2057/17 ER). Das Jobcenter Hagen hatte einer seit 2014 in Deutschland lebenden rumänischen Familie mit vier Kindern Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld verweigert, obwohl der Familienvater angab, Arbeitnehmer mit einer Tätigkeit als Paketsortierer in einem DPD-Depot zu sein.

Nachdem das Sozialgericht anhand der vorgelegten Unterlagen und im Rahmen eines Erörterungstermins die Angaben des Antragsstellers überprüft und das Jobcenter wegen der geringen Anforderungen an die Arbeitnehmereigenschaft auf den offensichtlich bestehenden Leistungsanspruch der Familie wiederholt hingewiesen hatte, erfolgte gleichwohl keine behördliche Abhilfe.

Das Gericht erließ daraufhin eine einstweilige Anordnung gegenüber dem Jobcenter zur vorläufigen Zahlung von Grundsicherungsleistungen. Zugleich erlegte es dem Jobcenter – wie auch in vorangegangenen Verfahren – gemäß § 192 des Sozialgerichtsgesetzes Verschuldenskosten von 500,- Euro auf. Das Verhalten der Behörde erwecke den Eindruck, dass sie es in einer Vielzahl derartiger Fälle regelmäßig darauf anlege, nur zu leisten, wenn sie von dem Gericht dazu verpflichtet werde. Das Jobcenter Hagen behindere damit die Gewährung effektiven sozialgerichtlichen Rechtsschutzes.

Quelle: Sozialgericht Dortmund

Anmerkung Sozialticker – und wie Gaga diese ganze Sache ist, kann man daran erkennen, dass nun aus dem Steuersack … 500 Euro —> in den Steuersack gezahlt wird. Da muss man schon Einiges zu sich nehmen, um solche Logik verstehen zu wollen.

Dem Jobcenter ist es doch „völlig scheiß egal“, in welcher Höhe da mal Verschuldenskosten kommen – der Steuersack ist in diesem Lande so groß, dass man sogar ganze Banken damit retten kann – nur das Hartz IV Opfer muss leider sanktioniert verhungern.

Beginnt endlich mal mit der „persönlichen Haftung“ von „Schreibtischtätern“, erst dann wird ein Umdenken geschehen, wenn diese – Richter ohne Roben – zusätzlich noch täglich mit dem Grundgesetz gepudert werden.

22. Juni 2017

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