Behandlungsfehlerstatistik zeigt nur Spitze des Eisbergs

3. April 2019

Die Zahlen der Bundesärztekammer zu Behandlungsfehlern sind leider kein Anlass zur Beruhigung, denn sie zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Jedes Jahr kommen Hunderttausende von Patientinnen und Patienten in Arztpraxen, Krankenhäusern oder durch Arzneimittel zu Schaden.

Aber sie haben nur geringe Chancen, dafür eine Entschädigung zu erhalten, kommentiert Sylvia Gabelmann, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion DIE LINKE, die heute veröffentlichte Behandlungsfehlerstatistik der Bundesärztekammer.

Gabelmann weiter:

„Solange die Geschädigten beweisen müssen, dass sämtliche sonstigen Ursachen für die Schädigung ausgeschlossen sind, haben sie vor Gericht schlechte Karten. Darum brauchen wir dringend eine Beweislastumkehr: Dann müssten die Behandelnden beweisen, dass nicht sie für die Schädigung verantwortlich sind.

Zudem würde ein Entschädigungsfonds dazu beitragen, den Geschädigten schnell und unbürokratisch zu ihrem Recht zu verhelfen. Viele der Kranken, die durch die Behandlung noch kränker gemacht wurden, können jahrelange Gerichtsverfahren mit teuren Anwaltskosten gar nicht durchstehen. Darum müssen die Patientenrechte schnell erweitert und gestärkt werden, zum Beispiel auch durch Einrichtung eines unabhängigen Gutachterpools.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE


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