Kein Arzt in Sicht – ab zur Notfallaufnahme

Strukturbereinigung durch die Hintertür. „Die zunehmende Beanspruchung der Notfallaufnahmen von Krankenhäusern durch nicht lebensbedrohliche Fälle kann man in den Griff bekommen, indem man einen vernünftigen ärztlichen Bereitschaftsdienst organisiert. Dieser Aufgabe sind die Kassenärztlichen Vereinigungen nicht in ausreichender Weise nachgekommen. Stattdessen erleben wir nun eine Strukturbereinigung durch die Hintertür.

Folge wird die Schließung vieler kleiner Krankenhäuser sein“, kommentiert Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, mehr als 600 Kliniken die zusätzlichen Finanzmittel für die Notfallversorgung zu streichen. Weinberg weiter:

„Der Beschluss ist übereilt. Es ist ungeklärt, wie auf die vorhersehbar stärkere Beanspruchung der Rettungsdienste reagiert werden soll. Es ist unklar, was mit Kliniken passiert, die aus der Notfallversorgung herausfallen. Viele werden dadurch in eine wirtschaftliche Schieflage gedrängt. Dabei gibt es sinnvolle Möglichkeiten, gerade an diesen Krankenhäusern neue Konzepte zu implementieren und beispielsweise die Stärken stationärer und ambulanter Versorgung zu bündeln. Wenn die Patientinnen und Patienten diese Krankenhäuser als Anlaufpunkt nicht nur bei Notfällen nutzen, dann sollten hier Bereitschaftspraxen als Kooperationsmodelle entstehen. Nicht die Menschen müssen sich an das Notfallsystem anpassen, sondern das System an den Versorgungsbedarf der Bevölkerung.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

19. April 2018

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