Arbeit um jeden Preis

24. September 2018

Gute Arbeit statt „Arbeit um jeden Preis“. Während die einen immer länger und an Wochenenden arbeiten oder zwei Jobs haben, haben die anderen zu wenig Arbeit und sind unfreiwillig in Teilzeit beschäftigt. Dieses Missverhältnis ist das fatale Ergebnis einer verfehlten Arbeitspolitik zu Lasten der Beschäftigten, kommentiert Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, die heute vorgestellte Auswertung „Qualität der Arbeit“ des Statistischen Bundesamts.

Ferschl weiter:

„Statt ‚Arbeit um jeden Preis‘ muss die Qualität von Arbeit wieder ins Zentrum rücken. Gute Arbeit ist gestaltbar. Was wir brauchen sind Regulation und politische Rahmenbedingungen für gute Arbeit, die den Beschäftigten ein sicheres und planbares Leben ermöglicht.

DIE LINKE fordert, die zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz von 48 auf 40 Stunden pro Woche zu senken. Die 35-Stundenwoche und weitere tarifliche Arbeitszeitverkürzungen wollen wir gemeinsam mit den Gewerkschaften durchsetzen. Damit unbefristete Arbeitsverhältnisse wieder zur Regel werden, fordert DIE LINKE die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung und langfristig ein Verbot von Leiharbeit.“

Ein Prekariat darf es nicht geben. „Gute Arbeit muss die Basis der Arbeits- und Sozialpolitik sein. Ein Mensch, der ohne Arbeitslosenversicherungsschutz oder Rentenanspruch, zu Niedriglohn und mit ständiger Angst vor Erwerbslosigkeit arbeiten muss, hat keine Aussicht auf ein gutes Leben. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass in diesem reichen Land vier Millionen hart arbeitenden Menschen finanzielle Sicherheit und langfristige Lebensperspektiven vorenthalten werden. Oft trifft es Familien und Alleinerziehende mit ihren Kindern. Sie leiden unter einer grundlegend verfehlten Politik, die mit der Agenda 2010 verschärft und bis heute fortgesetzt wurde“, erklärt Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu einer aktuellen Studie der Universität Nürnberg-Erlangen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung, der zufolge vier Millionen Menschen in Deutschland zum sogenannten verfestigten Prekariat gehören. Zimmermann weiter:

„DIE LINKE fordert eine radikale Kurskorrektur. Das heißt zunächst einmal: klare Regeln auf dem Arbeitsmarkt. Mini- und Midijobs, sachgrundlose Befristungen, Leiharbeit und Werkverträge sind abzuschaffen. Die Sozialversicherung muss ab dem ersten Euro greifen, ohne Ausnahmen und Schlupflöcher. Wir wollen mehr Tarifbindung und einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde. Genauso wichtig wie gute Arbeit ist, dass die Miete bezahlbar ist. Wir setzen uns ein für gedeckelte Mieten, eine Förderung der Wohngemeinnützigkeit und sozialen Wohnraum in öffentlicher Hand. Ferner fordern wir eine Reform des Verbraucherinsolvenzverfahrens, damit jeder Mensch eine Perspektive bekommt, die Schuldenfalle zu verlassen. Schließlich braucht es auch ein letztes Auffangnetz, auf das alle sich verlassen können, egal was passiert. Das ist eine sanktionsfreie Mindestsicherung von 1.050 Euro im Monat.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE


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