767 Mio Euro für Verwaltungskosten der Jobcenter umgeschichtet

„Nach Angabe des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden laut vorläufigem Jahresabschluss 2015 insgesamt 767 Mio. Euro von der aktiven Arbeitsmarktpolitik in die Verwaltungskosten der Jobcenter umgeschichtet – fast 20 Prozent des Titels für die aktive Arbeitsmarktpolitik.“ – so klingt es aus einer Antwort des Deutschen Bundestages auf Nachfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, also an die, die dafür mit als Verantwortliche zu zeichnen wären, es aber wohl wieder vergessen haben.

Im Straßenjargon würde man dies in etwa so nennen: „Selbstbedienungsladen!!!“

Im mitwirkenden Kreis, möchte man sich gern wohl nur wie folgt ausdrücken: „Bessere Vermittlungen erfordern auch bessere Mittelbereitstellungen.“

Nun möchte man ja meinen, dass mit der bejubelten Abnahme der beschimpften „Hartz-4-ler Sklavengesellschaft“ – auch eine parallele Abnahme von inzwischen schon uferlosen Verwaltungskosten einhergehen müsste – Pustekuchen, denn laut o.g. Antwort, sind diese sogar noch gestiegen und zeigen auf, dass da was im System nicht stimmen kann. Die Mitnahmementalität ist aber auch regional unterschiedlich zu betrachten. Toll aufgedröselt kann man dies unter: „o-ton-arbeitsmarkt“ nachlesen bzw. auch der Sozialticker berichtete schon vom behaupteten Gegenteil einer passenden Betreuungsschlüsseltheorie.

Noch interessanter sind aber die Zahlen, welche zur Verwaltung eines „Hartz-4 Opfers“ so ausgegeben werden – im Verhältnis gesehen, was man ihm (also dem Bedürftigen) selbst zum „Fressen“ noch gönnt. Sagenhafte 1.102 Euro vs. 409 Euro Armutssatz, wären dies allein im Jahr 2015 pro Monat. Man gibt also fast 3 mal soviel für angeblich deren „Verfolgung Vermittlung/Verwaltung“ aus (nur wohin ist bis heute noch nicht klar), als er im Sinne der Gesetzmäßigkeit je Monat überhaupt „wertgeschätzt“ wird. Ja, so erkennen wir dieses Land in deren Wurzeln wieder. Die Wertigkeit ist ja – gemäß frei Schnauze – finanziell im evident schön gefärbten Regelsatz festgeschrieben worden, welcher zwar oft genug und auch verfassungskonform berechnet wurde, aber in einer klemmenden Schublade unserer Meistersängerin – sich vorm gesetzgebenden Anblick sträubt. Schon allein die Auflösung solcher Bedienungsläden, könnte die Mindestsicherung eines jeden Menschens – ohne willkürliche Bedrohungen monatlich würdigen, welche Opfer des Raubtierkapitalismus geworden sind incl. dessen „Verwalter“, um nicht gerade „Halter“ verwenden zu müssen.

Den eigentlichen Boden vom Fass schlägt aber der Gedanke aus, dass genau die nachfragen, welche diese Entwicklungszahlen in ihren Schubladen haben keimen lassen, oder war da vielleicht der Reißwolf schneller, um später unerkannt sich in Unschuld zum „Hartz IV Verbrechen“ zu wälzen? Und so etatisiert man fleißig weiter von der rechten in die linke Tasche mit dem staatlichen Auftrag: „Das hilft mir weiter“ – doch leider ist dieser Spruch falsch verstanden worden und kommt bei den zu Helfenden nur noch als Hohn an.

Fazit Sozialticker: „Deutschland geht es gut und das wie nie zuvor.“ und psssst, jetzt bloß nicht die eigentlich zuständige Justiz aufwecken. Und wenn nun jemand wegen eines begangenen Diebstahls /Unterschlagung vor einem Richter sitzen muss, sollte dieser einfach das o.g. Antwortschreiben zur Begründung seiner Tat mit einbringen und den Spruch: „Herr Richter – ich habe doch nur umgeschichtet.“ – dann ablassen. Ein Freispruch ist ihm heutzutage bestimmt noch sicher !!!

6. Februar 2017