Über 25 Prozent der Ausbildungen werden abgebrochen

Soziale Lage der Azubis verbessern – Mindestausbildungsvergütung jetzt. „Wenn über 25 Prozent der Ausbildungen abgebrochen werden, besteht dringender Handlungsbedarf. Wir brauchen schleunigst eine für alle geltende Mindestausbildungsvergütung und ein elternunabhängiges Mindestausbildungsgeld für anerkannte Schulberufe, mehr Ausbildungsqualität und mehr Rechtssicherheit für die Auszubildenden“, erklärt Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den bisher bekannt gewordenen Ergebnissen des Berufsbildungsberichts 2018.

Die Abgeordnete weiter:

„146.000 Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst, im Durchschnitt bricht jeder vierte Azubi ab. Daneben verlieren viele junge Menschen ohne einen Ausbildungsplatz im sogenannten Übergangssystem wichtige Zeit und können sich ihren Wunsch nach einer guten Berufsausbildung nicht erfüllen. Zahlreiche Ausbildungsplätze bleiben leer.

DIE LINKE setzt sich für ein einklagbares Recht auf eine gebührenfreie und voll qualifizierende Ausbildung für alle ein. Auszubildende brauchen eine Mindestausbildungsvergütung, die ein Leben unabhängig von den Eltern ermöglicht. Wir wollen eine solidarische Umlagefinanzierung, die alle Betriebe in die Pflicht nimmt, damit ausreichend duale und qualitativ hochwertige Ausbildungsplätze geschaffen werden. Daran müssen sich alle Unternehmen beteiligen und richtige Anreize schaffen. Fachkräfte brauchen sie alle. Noch zu wenige Unternehmen, die ausbilden, lassen sich auf Jugendliche mit schlechteren Startchancen ein und verbauen sich damit ihren potenziellen Fachkräftenachwuchs.

Auch die Qualität der Ausbildung muss verbessert werden. Das geht unter anderem durch mehr Mitbestimmung der Azubis in den Unternehmen, geeignete Betreuungsschlüssel und ein verbessertes Beschwerdemanagement. Wir brauchen eine umfassende Novellierung des Berufsbildungsgesetzes.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

4. April 2018

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