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Zwangsvollstreckung gegen JobCenter - Gericht ermöglicht Hartz IV Berechtigtem Pfändung des Behördenkontos

Frage1 © M.Kinder für Sozialticker e.V.Deutsche Bundesbank bekommt Pfändungs- u. Überweisungsbeschluss zugestellt

Bei hartnäckiger Zahlungsverweigerung können Hartz IV Berechtigte notfalls auch ein Konto des JobCenters pfänden lassen: Trotz eindeutigem Gerichtsbeschluss im Eilverfahren weigerte sich das Berliner JobCenter Pankow die durch das Sozialgericht Berlin festgesetzten Beträge an einen Berliner Hartz IV Berechtigten auszuzahlen. Das JobCenter war der Ansicht der Beschluss sei falsch und ging deshalb mit der Beschwerde in die zweite Instanz vor das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg. Da diese Beschwerde das JobCenter jedoch nicht von der sofortigen Zahlungspflicht aus dem Beschluss befreit, beantragte das JobCenter die Aussetzung der Vollziehung. Obwohl dieser Antrag durch das Gericht umgehend als unbegründet abgelehnt wurde zahlte das JobCenter die Hilfe zum Lebensunterhalt noch immer nicht an den Hartz IV Berechtigten aus. Deshalb beantragte die u.a. auf Hartz IV spezialisierte Berliner Rechtsanwaltskanzlei EIDINGER - MEIN GUTES RECHT (www.eidinger.eu) beim Amtsgericht Berlin-Mitte den Erlass eine Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses. Da das JobCenter Pankow auf allen Geschäftspapieren allein eine Bankverbindung bei der Deutschen Bundesbank angibt beantragten die Rechtsanwälte die Pfändung ebendieses Kontos.

Nachdem das Gericht den Pfändungsbeschluss der Berliner Filiale der Deutschen Bundesbank am vergangenen Freitag zugestellt hatte, musste die Bank der Kanzlei aber überraschenderweise mitteilen, dass das JobCenter Pankow “keinerlei Geschäftsbeziehung” mit der Bank führt.

Immerhin teilte nun das JobCenter am Dienstag den Rechtsanwälten vorab telefonisch mit, dass die Hilfe zum Lebensunterhalt nun an den Hilfebedürftigen überwiesen würde.

Rechtsanwalt Eidinger dazu:

“Ich bin froh, dass meine Mandantschaft nun nach langem Ringen endlich die Ihr zustehenden Zahlungen erhalten wird. Eine Zwangsvollstreckung wird sicher die Ausnahme bleiben. Da das Gesetz aber vorschreibt, dass man Eilbeschlüsse innerhalb von einem Monat vollstrecken muss, kann es gut sein, dass in Eilsachen die Vollstreckung zur Regel werden muss, wenn die JobCenter ihre Zahlungspraxis nicht ändern. Das JobCenter Pankow wird nun vor allem zunächst die Frage beantworten müssen, warum es auf Zehntausenden Briefbögen die Nummer eines Kontos angibt das nicht dem JobCenter sondern einer ganz anderen Person gehört.”

Quelle: Pressemeldung Rechtsanwalt Siegfried Eidinger

Startseite - Veroeffentlicht von: Sozialticker   am: 13. Juli 2008 um 12:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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3 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Steinbock am Sonntag, 13.7.2008.

“Das JobCenter Pankow wird nun vor allem zunächst die Frage beantworten müssen, warum es auf Zehntausenden Briefbögen die Nummer eines Kontos angibt das nicht dem JobCenter sondern einer ganz anderen Person gehört.”

… o.w.T. - diese JobCenter / ARGEN scheinen der Regierung letzter Schrei und zugleich ein rechtsfreier Raum geworden zu sein, welche belegt mit Narrenfreiheit - zu einem Treffpunkt frei tummelnder Staatsdiener mutiert ist.

Einzige Gemeinsamkeit: Bankverbindung und Statistiken entsprechen der Realität zu Grimms Zeiten.


2. ... Kommentar von Bürgergeld statt Hartz4System am Sonntag, 13.7.2008.

Danke an den Rechtsanwalt.


3. ... Kommentar von alex am Sonntag, 13.7.2008.

Solche Menschen braucht das Land. Einen großen Dank und ein großes Lob an Herrn Eidinger.


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