Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen


Berlin: (hib/AW) Die Rundfunkkommission der Länder will gemeinsam mit der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) bis Ende 2018 ein abgestimmtes Konzept für die Rundfunkgebühren erarbeiten. Darüber informierte die Bevollmächtigte von Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Staatssekretärin Heike Raab (SPD), den Kulturausschuss in einem Fachgespräch über die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Rheinland-Pfalz führt zusammen mit Sachsen derzeit den Vorsitz über die Rundfunkkommission. Raab verteidigte zugleich die Entscheidung der Länder, den Rundfunkbeitrag in diesem Jahr nicht wie von der KEF empfohlen um 30 Cent pro Monat zu senken.

Eine Beitragsstabilität sei der bessere Weg, um die Akzeptanz des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks zu erhalten. Die Länder hätten sich deshalb darauf verständigt, Überschüsse auf Sperrkonten anzulegen, um den zu erwartenden finanziellen Mehrbedarf der Sendeanstalten ab 2020 aufzufangen. Raab verwies darauf, dass die Länder derzeit über grundlegende Reformen beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk beraten. Diese Reformen dürften sich nicht nur auf den administrativen Bereich der Rundfunkanstalten erstrecken. Allerdings dürfe die Programmautonomie der Sendeanstalten nicht angetastet werden, sagte Raab.

Die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme des ZDF, betonten die Bedeutung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Angesichts von bewusst verbreiteten Falschmeldungen in den Sozialen Medien sei der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk für die demokratische Meinungsbildung wichtiger denn je. Vor allem um jüngere Menschen zu erreichen, müssten der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk neben seinem linearen Fernseh- und Rundfunkangebot verstärkt auch die Online-Medien nutzen. Unterstützt wurden die Vertreter von ARD und ZDF von den Medienwissenschaftlern Dieter Dörr von der Johannes Guttenberg-Universität Mainz und Lorenz Lorenz-Meyer. Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk müsse aber stärker als bisher demokratische Werte vermitteln, sagte Dörr. Im Gegensatz zu Privatsendern könne er dazu verpflichtet werden.

Der Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger und des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, Christoph Fiedler, bekannte sich zwar ebenfalls ausdrücklich zum System des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass die dieser der Presse im Internet keine kostenfreie Konkurrenz machen dürfe. Das Verbot presseähnlicher Angebote müsse strikt angewendet werden. Das Internet sei für die Verlage als Vertriebsweg deutlich wichtiger als für die Rundfunksanstalten. Dieser Ansicht widersprachen Dörr und Laurenz-Meyer. Die klassische Aufteilung zwischen presseähnlichen Inhalten und rundfunkähnlichen Inhalten mache keinen Sinn mehr, argumentierte Lorenz-Meyer. Auch die Online-Angebote des „Spiegels“ oder der „Zeit“ seien schon lange nicht mehr ausschließlich nur textbasiert, sondern würden zunehmend auch mit Video-Clips arbeiten.

Quelle: Deutscher Bundestag

19. Januar 2017

4 Kommentare

  1. Sozialticker

    20. Januar 2017 um 8:30

    Meinung vom Sozialticker … der diesen Satz als besonders gelungen ansieht: „Angesichts von bewusst verbreiteten Falschmeldungen in den Sozialen Medien sei der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk für die demokratische Meinungsbildung wichtiger denn je.“ – und nur folgend so beantwortet werden kann: „NÖÖÖÖ – ihr werdet immer unwichtiger oder netter ausgedrückt, die Selbstbeweihräucherung ist schon lange nicht mehr ertragbar.“

    Vielleicht mal sich die Frage stellen, warum neben der klassischen „TV-Glotze“ auch die Legitimität der ÖR Anstalten ausgedient hat. Dies könnte etwas Klarheit in kommende Generationsfragen bringen, aber wenn dem folgend weiter so verfahren wird wie bisher, sind die o.g. Begründungsversuche nur Verblendung und Verblödung – um uferlose Beitragserhöhungen rechtfertigen zu dürfen. Der Markt ist gesättigt vom Angebot und ihr seit nur ein weiterer – nicht besonders wohlschmeckender Joghurt im Regal der Vielfalt, auf welchem jedoch ein steter „Strafzoll“ liegt, auch wenn er nicht gewollt, gekauft oder gefressen wird – dieser jedoch immer mit bezahlt werden muss.

    Findet den Fehler !!!

    Kleiner Tipp vom Sozialticker – vielleicht verschlüsselt ihr euer gesamtes Programm und wer euch sehen will, zahlt sicherlich auch dafür … und ihr könntet sogar jegliches Material senden. Werbung sendet ihr ja schon reichlich genug, was in Summe keinen Unterschied mehr zum privatrechtlichen TV ergibt. Aber das käme dann dem wettbewerbsängstlichen Zerfallsdatum sehr nahe … so jedoch kassiert man gern nun jeden Haushalt einfach mal schnell monatlich ab und lässt auch keine Programmgestaltung zu. Mitwirkung = 0 – aber zum Konsum wird stets genötigt … in Form des neuen Begriffes aus einem altem Schlauchgewirr – GEZ.

    Und noch ein Tipp … haltet doch endlich mal diese „Medienwissenschaftler“ raus und holt euch „Trendsetter“ rein, dann wird es auch wieder mit „Cool“ statt nur ein Druck auf den sich immer weiter vergoldenden „AUSKNOPF“.

    Letzter Tipp … „Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk müsse aber stärker als bisher demokratische Werte vermitteln …“ – lasst die demokratischen Werte mal da wo sie sind und berichtet einfach zeitnah und mit Ehrlichkeit in vollumfänglicher Neutralität, so dass neben dem Glauben auch die bisherigen Werte wiedererlangt werden könnten und das böse „Schimpfwort“ gleich mit abgelegt wird.

    Auch ist Folgendes zu beenden: „Das Verbot presseähnlicher Angebote müsse strikt angewendet werden.“ – denn hier beißen sich zwei Interessen mit gleichem Ergebnis … Geld zu drucken und das Abmelken einer Kuh verfeinern, die bereits schon gemolken wurde.

    Beispiel: Erdbeben im XY – Land … diese Meldung dient als Info aller Betroffenen und Interessenten und wird, wenn ÖR medial gesendet – zur bereits zwangsbezahlten Gattung. Mit welcher Berechtigung möchte man nun dies in Lettern gedruckt auch noch mal vergoldet wissen? Die Medienwelt sollte frei sein – frei von jeglichem Einfluss und wenn es nur ums Geld geht, um was es ja immer geht, dann legt euch doch mal zusammen ins Bettchen und teilt die milliardenangestaute Knete auf. Beachtet dabei aber, dass es reicht, wenn einmal die Meldung übers Erdbeben kommt und man nicht wie o.g. im Joghurtregal diese Kuhsahne in zwanzig verschiedenen Geschmacksmuster benötigt, denn es gab nur ein Erdbeben … und wenn es dann noch stimmt, was gemeldet wurde, freut sich ein Jeder über ein Produkt, zu was er gern monatlich etwas beitragen kann. 🙂

  2. die eigene propaganda und die “ mauer im kopf “ bzw . das brett vor dem kopf läßt sich das regime von den untertanen zahlen und dasselbe klientel verspottete trump , als dieser eine mauer von mexikanern finanzieren lassen wollte . fortschrittlich wäre es ein schon technisch gesehen einseitiges medium aus dem letzten jahrtausend endlich zu begraben . in meiner kindheit war die allgemeine demokratische meinung noch , daß fernsehen blöd und dumm macht . zu der zeit gab es noch keine privaten sender – daran kann es nicht liegen . . .

  3. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/nebenerwerb100.html

    Ist zwar schon älter, aber wenn das so weiter geht, dann ist der Beitrag bald bei 59,99 Euro / Monat. Hab hier noch was zur Auflistung gefunden, was mit den 17,50 Euro passieren soll, nachdem sie meine Börse verlassen haben.

    https://www.ndr.de/der_ndr/daten_und_fakten/Wofuer-wird-mein-Rundfunkbeitrag-von-1750-Euro-verwendet,ndrdaten115.html

  4. Diese ewige Gezänk um die Kröten ist nur noch ekelhaft. Auf der einen Seite residieren die Herrschafen in GlasPALÄSTEN und jammern auf der anderen Seite zum Fenster raus wie bettelarm sie doch sind und derweil werden Unmensgen Geld in Sportübertragungsrechte gesteckt die nicht zu rechtfertigen sind.
    Und dann ist natürlich IMMER die neuste und teuerste Technik am Start damit sie bis in jedes Erdloch (Handy mit Internetzugang) abkassieren können…… und so politisch neutral wie sie lt Gesetz sein SOLLEN sind sie auch nicht, nicht wahr Herr Koch. Da war doch ein Brender der von jenem abserviert wurde und das sicher nicht weil er diesem Herrenmeschen besonders weit dahin kroch wie die Sonne nicht scheint.

    Bleibt nur eines, ich habe immer noch nicht GEZahlt und werde es ziemlich sicher nicht machen so lange ich drumrum komme……. übrigens hat mein Hund auch so eine Rechnung bekommen, ich frage mich nur von wem haben die den Namen meines Hundes. So lange das und vieles andere nicht geklärt ist sind das für mich nur rücksichtslose Kriminelle und mach ich mich sicher nicht ohne Not der Beihilfe schuldig.
    ….und wenn ich es bezahlte, wo ist mein MitspracheRECHT bei dem Verein?

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