ZDF-Castingshow: Politik ist keine Schauspielschule!
Zum Rechtekauf des ZDFs, um eine Castingsshow für Nachwuchspolitiker zu produzieren, erklärt Grietje Staffelt, medienpolitische Sprecherin:
Das ZDF kratzt an seiner Glaubwürdigkeit, wenn Debatten aus den Parlamenten kaum Platz im Programm finden – auf der anderen Seite aber Politikcastings präsentiert werden.
Statt solche Sendungen zu kopieren, sollte das ZDF eigene innovative Formate entwickeln – mehr Ideenreichtum, bitte.Politikerinnen und Politiker dürfen nicht zu Medienstars reduziert werden. Es ist äußerst zweifelhaft, ob diese Show zu Rekrutierung guten Nachwuchses beiträgt. Politikerinnen und Politiker müssen weitaus mehr leisten, als dem Entertainment zu dienen. Wer Politik mit gestalten will, muss sich für die Inhalte interessieren, soziale und fachliche Kompetenzen vorweisen. Der Gewinner einer Castingshow kann aber noch lange keine Regierung kontrollieren.
Ein Fernsehwettbewerb mit kurzen Videobotschafen verzerrt das Bild der Politik noch stärker, als es im Fernsehen ohnehin der Fall ist. Politik ist langwierig, komplex und bedarf eines langen Atems. Deshalb soll sie auch nicht in solche Formate gepresst werden. Sonst wird die Illusion befeuert, schwierige Fragen könnten in fünf Minuten gelöst werden.
In unserem demokratischen System wird der Nachwuchs über die Parteien rekrutiert. Das ist auch gut so - schützt es doch die Parlamente vor Schaumschlägern, weil ziemlich schnell klar wird, das Politik ein langwieriges Geschäft ist und keine fünfminütige Videobotschaft.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein am: 10. Mai 2008 um 9:01 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
Druckversion:
|
Bookmark Buttons:
1 Kommentar / Frage veroeffentlichtWeitere Beiträge zu diesem Themengebiet:
- Papier kritisiert Placebo-Gesetze
- Künstlerabgabe für Superstar - Juroren
- Nur ein starker Sozialstaat schafft Vertrauen
- Mehr Gewinn heißt nicht mehr Beschäftigung
- Keine Politik der Scheinsicherheit
- Große Koalition ist Kernproblem
- IZA: Arbeitsmarktprogramm und Ökonomenaufruf fordern weitere Reformen






