Berlin: (hib/PK) Die Zahl der Organspender bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Wie aus einer Unterrichtung der Bundesregierung (18/10854) über die Entwicklung in der Transplantationsmedizin hervorgeht, wurden 2015 insgesamt 877 postmortale Organspender registriert im Vergleich zu 864 im Jahr davor. Das entspricht einem Zuwachs um 1,5 Prozent.

In den ersten drei Quartalen 2016 war die Tendenz hingegen wieder rückläufig, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Hier wurden 637 postmortale Organspender registriert, das entspricht einem Rückgang von 5,2 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der gespendeten Organe lag 2015 bei 2.901, das ist ein Rückgang um 2,9 Prozent gegenüber 2014. Mit weitem Abstand am häufigsten gespendet wurden Nieren (1.521), gefolgt von Leber (730), Herz (278) und Lunge (270).

In den ersten drei Quartalen 2016 wurden 2.138 Organe gespendet verglichen mit 2.245 Organen im selben Vorjahreszeitraum.

Nach Angaben von Eurotransplant (ET) standen Ende August 2016 in Deutschland noch 10.193 Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Im Vorjahr waren es 10.243 Menschen. Die meisten Patienten warten auf eine Nierentransplantation.

Als ein Grund für die geringere Spendenbereitschaft wird der Organspendeskandal angesehen, der im Sommer 2012 bekannt wurde. So waren an mehreren Kliniken in Deutschland Daten manipuliert worden, um Patienten bei der Vergabe von Spenderorganen zu bevorzugen. Seither ging die Zahl der Organspender deutlich zurück.

Im Juli 2016 hat der Bundestag die Einrichtung eines Transplantationsregisters beschlossen, um die Organspendenpraxis effizienter und transparenter zu machen. Dies soll nach Skandalen mit manipulierten Wartelisten auch neues Vertrauen schaffen. In dem Register werden Angaben über Organspender, Spenderorgan, Organempfänger, und das Vermittlungsverfahren zentral gespeichert.

Quelle: Deutscher Bundestag

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