Workfare als Täuschungsmanöver für Vollbeschäftigung
Zu dem heute vom Bundeswirtschaftsministerium vorgestellten Workfare-Gutachten erklärt Brigitte Pothmer, arbeitsmarktpolitische Sprecherin:
“Mehr Zwang für den Einzelnen gleich mehr Beschäftigung für alle” mit dieser ebenso schlichten wie falschen Formel ist Bundeswirtschaftsminister Glos schon länger auf dem Holzweg unterwegs. Neu ist nur, dass er diesen Humbug jetzt auch noch als Vollbeschäftigungsstrategie verkaufen will. “Workfare” ist ein Täuschungsmanöver. Vollbeschäftigung gibt es nur mit regulärer Arbeit. Und da hat der Minister außer der weiteren Ausdehnung des Niedriglohnsektors keine Idee im Gepäck.
Ein weiteres Grundübel ist: Glos versteht Bürgerarbeit als Drohpotential gegen Arbeitssuchende; er sieht in ihnen Faulpelze, die zur Arbeit gezwungen werden müssen. Das ist falsch und diffamierend. Die derzeitige Arbeitsmarktlage sieht anders aus: Noch immer haben viele Menschen in Deutschland kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Für sie brauchen wir Angebote für Teilhabe und mit Perspektive. Bürgerarbeit kann so ein Angebot sein, aber nur, wenn Glos seine Finger nicht im Spiel hat.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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