Wir haben es satt! – Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!


Attac ruft zu Bündnis-Demonstration „Wir haben es satt!“ auf

+ Samstag, 21. Januar, 12 Uhr
+ Potsdamer Platz, Berlin

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac beteiligt sich mit einem eigenen Block an der Demonstration „Wir haben es satt!“ am Samstag in Berlin. Das breite Demo-Bündnis, zu dessen Trägern Attac gehört, fordert unter dem Motto: „Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!“ eine Agrar- und Ernährungswende hin zu einer ökologischeren und bäuerlichen Landwirtschaft.

Der Schwerpunkt von Attac liegt dabei auf dem Widerstand gegen Freihandel, insbesondere gegen die vorläufige Anwendung und Ratifizierung des Freihandelsabkommens CETA zwischen Kanada und der EU.

„CETA ist der kleine Bruder von TTIP, dem im Eisfach liegenden Freihandelsvertrag der EU mit den USA. Auch durch CETA sollen transnationale Konzerne Sonderklagerechte erhalten. Dass in CETA dem Investor-Staat-Schiedsverfahren ISDS nun das Etikett ‚Handelsgerichtssystem ICS‘ aufgeklebt worden ist, ändert an der Sache nichts. Weiterhin wird so die Macht großer Konzerne gestärkt, während Demokratie und Gemeinwohl zunehmend ausgehöhlt werden“, sagte Hanni Gramann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Doch Agrar- und Lebensmittelpolitik müssen sich an den Bedürfnissen und Belangen von Menschen, Tieren und Umwelt orientieren, nicht an den Interessen von Konzernen. Dafür gehen wir am Samstag auf die Straße!“

Der Attac-Block unter dem Motto „CETA in die Tonne“ zieht mit einem Lautsprecherwagen durch die Straßen. Hanni Gramann: „Unser Motto macht deutlich: CETA gehört auf den Müll und darf im Februar nicht durch das Europaparlament ratifiziert werden. Mit dem Abkommen würden Umweltschutz, Verbraucherschutz und die bäuerliche Landwirtschaft auf der Strecke bleiben.“

Die Demonstration, zu der viele Tausend Teilnehmer erwartet werden, startet am Samstag um 12 Uhr auf dem Potsdamer Platz in Berlin mit einer Auftaktkundgebung und führt über die Leipziger Straße am Bundesrat und dem Landwirtschaftsministerium vorbei und schließlich nach einem Schlenker durch den Tiergarten zum Brandenburger Tor, wo um 14 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet.

Quelle: Attac

19. Januar 2017

1 Kommentar

  1. Sozialticker

    20. Januar 2017 um 15:15

    Supermarktkartell aufbrechen – Ernährungssouveränität weltweit durchsetzen

    „Agrarkonzerne und Bundesregierung treiben die Industrialisierung der Land- und Lebensmittelwirtschaft weltweit voran. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind katastrophal.“, erklären Karin Binder, ernährungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, und Niema Movassat, Sprecher für Welternährung, anlässlich der 7. „Wir haben es satt“-Demonstration gegen die Macht der Agrarkonzerne am morgigen Samstag in Berlin.

    Binder weiter: „Wir haben es satt, dass mächtige Ernährungskonzerne Landwirte unter Druck setzen und das regionale Lebensmittelhandwerk verdrängen. In Deutschland beherrschen die vier Supermarktketten Edeka, Rewe, Lidl und Aldi den Lebensmittelmarkt. Sie setzen insbesondere mit ihren Eigenmarken gegenüber den Lieferanten Dumpingpreise und unfaire Einkaufsbedingungen durch. Das hat auch Folgen für die Verbraucher: Vielfalt, Qualität und Lebensmittelsicherheit nehmen ab, Umwelt- und Tierschutz bleiben auf der Strecke. DIE LINKE fordert, das Supermarktkartell aufzubrechen. Dazu ist das Bundeskartellamt mit starken Verbraucherschutzbefugnissen auszustatten.“

    Movassat: „Das Menschenrecht auf Nahrung wird täglich unter kräftiger Mithilfe der Bundesregierung mit Füßen getreten. Sie stellt ihre Entwicklungszusammenarbeit in den Dienst der Profitinteressen von Agrarkonzernen wie Bayer-Monsanto und BASF. Wir brauchen endlich eine agrarpolitische Wende. Nicht Profite, sondern die Bedürfnisse der Menschen müssen im Mittelpunkt stehen. Hierzu gehört auch, kleinbäuerliche Strukturen und agrarökologische Methoden zu fördern, die unsere Welt nachhaltig ernähren können. Deshalb muss endlich Schluss sein mit der absurden landwirtschaftlichen Exportpolitik. Diese ist eine Ursachen von Hunger und damit für viele Menschen ein Fluchtgrund. Stattdessen brauchen wir eine Politik, die lokale Märkte und Wirtschaftskreisläufe stärkt. Hierzu gehört auch ein gesetzlich geschützter Regional-Begriff.“

    Quelle: Fraktion DIE LINKE

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