Wieczorek-Zeul: Soziale Sicherungssysteme in Entwicklungsländern stärken – Kinder- und Müttersterblichkeit bekämpfen
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul nimmt heute in Paris an einer internationalen Gesundheitskonferenz zu Krankheitsrisiken in Entwicklungsländern und deren finanzieller Absicherung (”La Couverture universelle du risque maladie dans les pays en développement: Qui doit payer?”) teil.
Zum Auftakt der Konferenz erklärte sie: “Armut und Krankheit hängen auf das engste zusammen. Wer arm ist, ist besonders anfällig für Krankheiten und wer krank ist, kann sich und seine Familie nicht mehr ernähren. Deshalb müssen Investitionen in den Gesundheitssektor und der Aufbau von sozialen Sicherungssystemen in Entwicklungsländern höchste Priorität haben.” Besonderes beklagte die Ministerin, dass die Welt beim Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele zur Bekämpfung der Kinder- und Müttersterblichkeit weit hinterher hinke: “Wir müssen unsere Anstrengungen besonders auf die konzentrieren, die am schwächsten sind – und das sind die Mütter und ihre Kinder.”
Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul ist von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Sondergesandten für die Ende des Jahres in Doha stattfindende Konferenz “Financing for Development” ernannt worden. Sie wird auch in dieser Funktion in Paris für die Erfüllung der internationalen Verpflichtungen zur Entwicklungsfinanzierung werben. “Darüber hinaus ist es entscheidend, dass wir neue innovative Instrumente zur Finanzierung von Entwicklung finden und nutzen. Gerade im Gesundheitsbereich gibt es hier bereits gute Ansätze, die wir ausbauen müssen.”
International hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Millenniumsentwicklungsziele nicht allein durch einzelne Krankheitsbekämpfungsmaßnahmen erreicht werden können. Ohne effiziente Gesundheitssysteme mit ausreichenden Ressourcen wird keines der Gesundheitsziele erreicht werden können. Entscheidend sind insbesondere soziale Sicherungssysteme. Nur sie können auf Dauer den kontinuierlichen Zugang armer Bevölkerungsgruppen zu Gesundheitsdienstleistungen gewährleisten.
1,3 Milliarden Menschen haben weltweit keinen Zugang zu ausreichender oder bezahlbarer Gesundheitsversorgung. Jedes Jahr sterben fast 10 Millionen Kleinkinder an Krankheiten, die vermeidbar wären. Der globale Klimawandel und die gestiegenen Preise für Nahrungsmittel erhöhen die Anfälligkeit für Krankheiten, weil sich Krankheiten wie Malaria und Dengue weiter ausbreiten und Hunger die Menschen weiter schwächt.
Die Bundesregierung hatte das Thema Gesundheit zu einem Schwerpunkt der deutschen G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 gemacht. Die deutschen Mittel zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und tropischen Infektionskrankheiten und die hierfür notwendige Stärkung der Gesundheitssysteme wurden in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. 2008 werden hierfür 500 Millionen Euro bereitgestellt.
Quelle: Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - Pressestelle
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