Wer Nachwuchs demotiviert, darf sich über Fachkräftemangel nicht wundern
Zur Fachkräfte-Debatte im Zuge der neuen OECD-Studie erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Wer Kinder mit zehn Jahren auf Hauptschulen abschiebt, ihnen dann keinen Ausbildungsplatz anbietet und kaum staatliche Unterstützung für Weiterbildung gibt, darf sich nicht wundern, wenn er auf einen massiven Fachkräftemangel zusteuert.Laut OECD-Studie kann sich nur ein Fünftel der 15-Jährigen vorstellen, später einmal zu studieren. Das ist ein Armutszeugnis für unsere Schulen und Kitas. Es ist eine Bildungs-Demotivation, die jedem Verantwortlichen in Bund und Ländern den Schlaf rauben sollte. Wo sollen bei einer solchen Verschleuderung von Potenzialen die Fachleute der Zukunft herkommen?
Wir fordern eine Qualitätsoffensive für Kitas und Schulen: Wir brauchen mehr und besser ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Wir wollen, dass Kinder nicht mehr mit zehn Jahren aussortiert und damit demotiviert werden. Sie sollen länger gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Dies kann nur durch eine reformierte Lehrerausbildung gelingen, die zudem andere Unterrichtsmethoden in Mathe und Naturwissenschaften vermitteln muss.
Außerdem muss massiv in Weiterbildung investiert werden. Der Staat sollte allen Menschen einen Schulabschluss finanzieren, auch Erwachsenen. Für weitergehende Abschlüsse brauchen wir ein Unterstützungssystem, das allen Abbrecherinnen und Abbrecher – ob in Schule, Ausbildung oder Studium – eine zweite Chance gibt. Dazu gehört auch die Bildungsberatung in allen Lebensphasen.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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