Absicherung gegen Naturgefahren rückläufig – Verbraucherzentrale Sachsen erfragt Hintergründe bei Betroffenen

Nur wenige Häuser sind gegen Naturgefahren versichert und die Tendenz ist rückläufig. Im Jahr 2015 lag laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft der Anteil der Gebäude, die gegen Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck und Co. versichert sind, bundesweit bei gerade einmal 38 Prozent. Im Freistaat Sachsen waren demnach 47 Prozent der Gebäude versichert. Im vergangenen Jahr sank diese Quote in Sachsen auf 45 Prozent und bundesweit auf nur noch 37 Prozent.

„Wir halten diese Situation im Hinblick auf die sicher kommenden Naturereignisse, wie etwa Starkregen, für höchst problematisch“, sagt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. „Die Lage wird sich durch weitere Informationskampagnen nicht verbessern.“

Seit 2009 haben in den meisten Bundesländern Informationskampagnen der Versicherungswirtschaft zur Bedeutung der Elementarschadenversicherung stattgefunden. „Wir haben uns in die sächsische Kampagne im Jahr 2012 aktiv eingebracht, resümieren jedoch, dass auf diesem Weg der notwendig flächendeckende Versicherungsschutz nicht zu erreichen ist“, fasst Heyer zusammen.

Welche Gründe gibt es, dass Hauseigentümer nicht gegen Naturgefahren versichert sind? Vertrauen diese auch zukünftig auf staatliche Unterstützung, sind die Prämien zu hoch oder erhalten sie keinen (ausreichenden) Versicherungsschutz? Die Verbraucherzentrale Sachsen ist daran interessiert, diesbezüglich mehr zu erfahren. „Schildern Sie uns Ihre Versicherungserlebnisse per E-Mail vzs@vzs.de, über Facebook per Post oder in einer unserer Beratungsstellen“, ermuntert deshalb Heyer die Hauseigentümer. „Am 7. April führen wir in Dresden zusammen mit der Politik, der Versicherungswirtschaft und der Wissenschaft eine große Veranstaltung zu diesem Thema durch, zu dem wir auch gern betroffene Verbraucher zu Wort kommen lassen möchten.“

Quelle: Presse Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

8. März 2017