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Weltbevölkerungstag: Rechte von Mädchen und Frauen stärken

Anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Gesundheit in Entwicklungsländern, und Tabea Rößner, Sprecherin für Demografiepolitik:

Heute leben über sieben Milliarden Menschen auf der Welt und täglich kommen fast 230.000 Menschen dazu. Angesichts der globalen multiplen Krisen von Klima, Hunger, Armut und auch des Wirtschafts- und Finanzsystems brauchen wir ein drastisches Umdenken.

Besonders Mädchen und Frauen sind oftmals benachteiligt. Ihre Rechte müssen gestärkt werden, insbesondere im Hinblick auf Bildung, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, soziale Sicherheit und gute Arbeit.

Die Streichung der Zielgröße soziale Sicherung durch Minister Niebel war daher ein fatales Zeichen, denn der Aufbau von sozialen Sicherungssystemen ist eine fundamentale Voraussetzung für Entwicklung. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weltweit dramatisch auseinander. Vier von fünf Menschen in Entwicklungsländern haben keinerlei soziale Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder im Alter. Soziale Sicherung leistet aber einen elementaren Beitrag zur Verwirklichung der Rechte, gerade für Mädchen und Frauen weltweit.

Das hohe Wachstum der Weltbevölkerung geht auch einher mit einer zunehmenden Verstädterung. Mit dem raschen Wachstum der Stadtbevölkerung in Schwellen- und Entwicklungsländern hält der Ausbau der Infrastruktur nicht Schritt. Eine Milliarde Menschen leben weltweit in Slums unter menschenunwürdigen Bedingungen, unzureichender Wasser- und Sanitärversorgung sowie unzureichendem staatlichen Schutz.

Die Bevölkerungsentwicklung verläuft weltweit aber sehr ungleich. Während in Entwicklungs- und Schwellenländern die Wachstumsraten hoch sind, gehen die Bevölkerungszahlen in den Industrienationen wie in Deutschland zurück. Der demografische Wandel und die Wanderungsströme in Teilen der Welt erfordern daher schon heute politische Weichenstellungen. Die Bundesregierung aber verharrt in Zustandsbeschreibungen. Dabei müssen wir uns darauf einstellen, dass es weniger und ältere Menschen in Deutschland geben wird und die Zuwanderung zunehmen kann. Das kann eine Chance sein, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Startseite - Veröffentlicht am: 11. Juli 2012 um 6:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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