Was haben Vollbeschäftigung und Überbevölkerung gemeinsam? - Kommentar
Auf den ersten Blick wird man sich sagen, dass Vollbeschäftigung und Überbevölkerung nichts gemeinsam haben, für ein Land wie Deutschland, doch dieser Eindruck täuscht. Beides wäre , würde es nach so manchen Ansichtsweisen politischer Vertreter gehen, durchaus denkbar.
Wie man nun den Medien entnehmen konnte, scheint eine Vollbeschäftigung für das Jahr 2010 bereits heute denkbar zu sein. Begründung dafür war, dass täglich angeblich ca. 1400 neue Arbeitsplätze enstehen. Unter Zuhilfenahme solcher Fakten kann man allerdings auch behaupten, dass Deutschland in naher Zukunft überbevölkert ist, da jeden Tag tausende Babies in Deutschland das Licht der Welt erblicken. Ob vielleicht etwas vergessen wurde, wenn man so mit Zahlen jongliert? Bei der Bevölkerungszahl wird jedem sofort auffallen, das die Sterbequote, das Verhältnis von Einwander- und Auswanderungen vergessen wurden die maßgeblich dazu beitragen, dass eben nicht jedes neu geborene Baby einen neuen Platz innerhalb der Gesellschaft schafft, sondern, geht es nach der Familienministerin, nicht einmal die frei werdenden Plätze füllt, so dass täglich mehr Plätze frei bleiben.
Ebenso darf man beim Thema Vollbeschäftigung die Anzahl der Arbeitsplätze nicht vergessen, welche täglich durch Produktionsverlagerung ins Ausland, Rationalisierung, Werksschließungen etc. verloren gehen. Diese Zahlen liegen mit 1000 Plätze am Tag noch über den angeblich 1400 geschaffenen Arbeitsstellen - ergo, rund 2500 je Tag werden vernichtet. Auch der Starke Euro und die Teile der Welt, welche durch den schwachen Dollar zur Zeit in eine Krise gestürzt werden tragen dazu bei, dass Konjunkturschwankungen auf dem deutschen Markt nicht ausbleiben und die Erfolge auf dem deutschen Arbeitsmarkt für die kommenden Jahre nicht mehr bestätigt werden können, sofern man überhaupt von Erfolgen sprechen kann, erinnert man sich an die erst vor kurzen gemachte Äußerung der Bundesregierung, das knapp die Hälfte aller Leistungsbezieher von ALG I und ALG II nicht als arbeitslos registriert werden.
Wenn also vollmundig von Vollbeschäftigung die Rede ist, was rein statistisch bei einer Arbeitslosenquote von ca. 4% erreicht wäre, der sollte seinen Prognosen auch Taten walten lassen. Wie wäre es da mit einer Spende von 10 Euro an eine gemeinnützige Organisation, für jeden der über 4%igen Erwerbslosen, die im Jahre 2010 nicht auf dem 1. Arbeitsmarkt integriert wurden und länger als 6 Monate nicht mehr in diesem beschäftigt waren?
Wer der Meinung ist das 1400 “neu geschaffene” Arbeitsplätze / Tag eine erfolgreiche Prognose darstellen, dem darf die Statistik von E.W. Kreutzer ans Herz gelegt werden, der seit Jahren bemerkenswert den massiven Stellenabbau in Deutschland dokumentiert. Mit statistischen mehr als 2500 wegfallenden Arbeitsplätzen / Tag würden 1400 neue Stellen kaum die Lücke füllen. ( Zur Statistik von E.W. Kreutzer zum Stellenabbau in Deutschland )
Zurück zur Startseite - Veroeffentlicht von: Sozialticker am: Montag, 31. März 2008 - Haftungsausschluss ![]() |
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