Warum nicht mieten, wenn sonst niemand kommt!
Initiativen im Bereich “Soziales” haben gezeigt, dass es schwierig ist, die eigenen Anhänger auf die Strasse zu bekommen. Ob Mainz oder Berlin, ein Fiasko folgt dem Nächsten und ein Ende ist nicht abzusehen.
Was also kann man unternehmen, um medienwirksame Präsens zu zeigen und somit dem sozialen Unfrieden mehr Ausdruck zu geben? Mehr Werbung machen? Sich besser organisieren?
Solange diese Kernfragen also nicht geklärt sind, wäre vielleicht ein anderer und bereits erprobter Weg die Alternative.
Bestellte Demonstranten!
Obwohl dieser neue / alte Weg vielfach auf Empörung stößt, findet er immer wieder Anwendung und wie viele Kundgebungen in der Vergangenheit schon so aufpoliert wurden, ist vielfach unbekannt. Bekannte Kundgebungen waren indes:
- Der autoritäre Schah von Persien im Juni 1967 zu Besuch in Berlin war, ließ er mitgebrachte Scharen für sich jubeln.
- Mitte der 70er-Jahre versammelten sich zehntausende Arbeiter im Ruhrgebiet zu Pro-Atom-Demonstrationen. Herangekarrt wurden sie in Werksbussen der Energieunternehmen - die Stullen sollen Gewerkschafter und Betriebsräte geschmiert haben, die auf Seiten der Kraftwerksbetreiber standen.
- Kurz vor Weihnachten hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) 200 Demonstranten vor dem Berliner Reichstag zu einer Kundgebung gegen die Gesundheitsreform aufmarschieren lassen. 150 davon seien für den künstlichen Protest bezahlt worden, räumte der Sprecher der KBV hinterher ein. Sie hatten Garderobenstangen getragen, an denen 4500 Ärztekittel hingen. Damit wollte die KBV auf die Abwanderung junger Ärzte ins Ausland hinweisen.
Nun muss man wirklich abwägen, was besser ist, eine angekündigte Kundgebung mit voraussichtlich 400 und mehr Teilnehmern, wo nur knapp 50 erscheinen oder 300, davon allerdings 250 gemietete “treue” Gesinnungsgenossen?
Internetportale wie “Erento” haben die Zeichen der Zeit erkannt und diese neue Form der Mietsache ins Programm genommen. Etliche Anfragen habe es laut “Erento” auch schon gegeben und es darf damit gerechnet werden, das dieses Angebot mit Sicherheit noch von anderen Anbietern aufgenommen wird.
Wie man die “Miet-Demonstranten” bezahlen soll, in Zeiten wo die Kassen überall leer sind gerade bei Initiativen und Verbänden.
Na mit Werbung ! Hallo, man lebt im Jahr 2007 und nicht im Mittelalter. Ist doch kein Problem in der Kundgebung die eine oder Fahne von Dentallaboren, für fachgerechte Prothesen, Kreditinstitute, oder auch Pfandhäusern usw. einzubinden.
Ein bisschen Kreativität und Hirnschmalz muss schon investiert werden, will man überzeugen, denn die Zeiten des Abwarten´s sollte endlich vorbei sein!
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