Von Piercings bei Kindern und Jugendlichen raten Ärzte ab
Wenn Teenager ein Piercing tragen, sollte auf die dafür hinreichende Körperpflege geachtet werden. Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen sind bezüglich der Piercings ebenfalls sinnvoll, wird jedenfalls vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München geraten.
Grundsätzlich raten Ärzte von Piercings bei Kindern und Jugendlichen ab, da Blutungen und Allergien drohen können. Aber auch Infektionen mit HIV, Hepatitis B und C sowie Tetanus sind ebenfalls möglich, wenn die ausreichende Hygiene im Piercing-Studio nicht gegeben ist. Ganz wichtig ist hier natürlich, dass sämtliche Instrumente steril ( = keimfrei ) sind. Während der Wundheilungszeit(en), besonders auch in der warmen Jahreszeit, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko bezüglich des Einstichgebietes.
Jugendärzte raten daher allen Gepiercten beim Waschen:
- - 2x täglich eine antibakterielle Seife benutzen
- - mit Salzwasser sind Rückstände auf dem Piercingschmuck zu entfernen
Infektionen am Ohr während der Wundheilungsphase können Jugendliche verhindern, indem sie regelmäßig ihr Handy mit Alkohol reinigen. Genauso regelmäßig zu säubern ist auch ein Brillengestell.
Von Bedeutung beim Piercen ist auch die Länge des Piercingstiftes. So wird an den Ohren das Risiko des Einwachsens verringert, wenn längere Piercingstifte verwendet werden. Kürzere Piercingstifte sollten vorzugsweise bei der Zunge benutzt werden, um beispielsweise einer Sprechbehinderung und der Beschädigung der Zähne vorzubeugen bzw. das Risiko hierfür zu minimieren.
Ein Jugendarzt aus München weist außerdem darauf hin, dass Eltern und Jugendliche vor einem Piercing noch folgendes wissen sollten:
- - der obere Ohrbereich ist besonders empfindlich
- - zu starken Blutungen kommt es oftmals im Mundbereich und der Zunge
- - möglicherweise Anschwellung der Zunge und damit Behinderung der Atmung
Mit einer gestörten und schlechteren Wundheilung müssen Jugendliche rechnen, wenn sie z.B. unter einer Immunschwäche, Diabetes sowie Neurodermitis leiden.
Zu bedenken ist außerdem:
Kommt es beim Piercen zu gesundheitlichen Problemen, kann es nach der Gesundheitsreform möglicherweise zu Einschränkungen bei der Erstattung kommen, weil die Schäden nämlich als “selbst verschuldete Behandlungsbedürftigkeiten” gedeutet werden könnten.
Wenn alle Teenies und Jugendlichen sowie auch die Eltern diese Dinge beachten, dürfte der Freude mit dem Tragen eines Piercings nichts im Wege stehen.
Startseite - Veroeffentlicht von: Birgit am: 14. April 2008 um 11:15 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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