Über undurchsichtige Verträge und versteckte Preiserhöhungen ärgern sich viele Kunden von Fernwärmeversorgern in Schleswig-Holstein. Einige Anbieter haben Verträge zum Jahreswechsel gekündigt und neue Tarife eingeführt. Mehr als 300 Verbraucher sind im vergangenen Jahr mit Beschwerden und Fragen zum Thema Fernwärme zur Verbraucherzentrale gekommen.

„Grundsätzlich darf der Versorger alte Verträge kündigen und neue abschließen“, sagt Joanna Batista, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Bedenklich sind aber die Inhalte.“ Bei den Tarifen fehlt es oft an Transparenz, so dass Kunden nicht nachvollziehen können, welchen Preis sie für welche Leistung zahlen. Neue Preismodelle benachteiligen die Verbraucher mit neu eingeführten oder erhöhten Grundpreisen. Damit zahlt sich Energiesparen für die Betroffenen nicht mehr aus.

Viele Fernwärme-Kunden müssen draufzahlen

In klarem Widerspruch dazu steht das, was einige Fernwärme-Anbieter ihren Kunden im Begleitbrief versprechen: „Uns liegen Schreiben vor, in denen es heißt, ‚eines bedeutet das neue Preissystem aber nicht: Eine Erhöhung Ihres Wärmepreises‘“, schildert Batista. „In Wirklichkeit bedeuten die neuen Tarife aber für viele Fernwärme-Kunden, dass sie mehr zahlen als vorher.“

Monopol verhindert Anbieterwechsel

Besonders ärgerlich für einige Betroffene ist, dass sie den Anbieter nicht wechseln können, da Fernwärme-Versorger ein Monopol haben. In manchen Gebieten haben die Anbieter einen Anschluss- und Benutzungszwang in die Grundbücher eintragen lassen, der bis zu 20 Jahre lang bestehen bleibt.

Verbraucherzentrale fordert Transparenz und Fairness

„Umso wichtiger ist es, dass Energieversorger ihre Monopolstellung nicht ausnutzen können“, erläutert die Rechtsexpertin. „Die Verbraucherzentrale fordert deshalb, dass die gesetzliche Regelung der Fernwärmeversorgung geändert wird und mehr Transparenz und Fairness für die Verbraucher schafft.“ Bei Fragen zum Thema bietet die Verbraucherzentrale unabhängige Information und Beratung.

Quelle: Presse Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V.

22. September 2017