Verschuldungsprognose 2010: Kein Grund zur Entwarnung
Zur aktuellen Verschuldungsprognose des Bundesministeriums der Finanzen erklärt Alexander Bonde, Sprecher für Haushaltspolitik:
Das Bundesfinanzministerium erwartet für 2010 eine Neuverschuldung des Bundes von knapp unter 50 Milliarden Euro. Aufgrund der überraschend guten Konjunkturentwicklung fällt das Defizit im Vergleich zur Planung deutlich niedriger aus. Dennoch: 2010 markiert einen traurigen Verschuldungsrekord.
Trotz der weiter hin gut laufenden Konjunktur hat es die schwarz-gelbe Koalition nicht geschafft, die Neuverschuldung im Jahr 2011 zu senken. Eine Neuverschuldung von 48,4 Milliarden Euro bedeutet immer noch Rekordniveau.
Die in den vergangenen Jahren immens gestiegene Staatsverschuldung ist ein schwerwiegendes Wachstumshemmnis. Die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand ist in Gefahr: In den nächsten Jahren droht schon bei gleichbleibend niedrigem Zinsniveau ein massiver Anstieg der Zinskosten im Bundeshaushalt. So erwartet Bundesfinanzminister Schäuble in der mittelfristigen Finanzplanung im Jahr 2014 eine um 10 Milliarden Euro höhere Zinsverpflichtung als noch im Haushalt 2011 (38 Milliarden Euro). Bei ungünstiger Zinsentwicklung können schnell zusätzliche Mehrkosten in Milliardenhöhe beim Schuldendienst entstehen.
Auch bei Ländern und Kommunen stehen die finanzpolitischen Zeichen weiter auf Verschuldung. Es besteht ein strukturelles Problem in den Haushalten, das nur durch einen Dreiklang aus Ausgabenkonsolidierung, Subventionsabbau und Steuermehreinnahmen aufgelöst werden kann. Die Herkulesaufgabe der Haushaltssanierung kann nur gelingen, wenn die ganze Gesellschaft solidarisch, also nach den jeweiligen Möglichkeiten, beteiligt wird. Die schwarz-gelbe Koalition hat dabei auf ganzer Linie versagt.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Startseite - Veröffentlicht am: 21. Dezember 2010 um 10:00 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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