Verirrungen der Agentur für Arbeit!
Als Anti-Sozial-Verhalten beurteilt die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) e.V. die Planungen der Agentur für Arbeit zum Einsatz von Langzeitarbeitslosen für die pflegerische Betreuung von an Demenzerkrankten Menschen.
Pro 25 Demenzkranke soll ein Heim künftig eine zusätzliche Kraft einstellen dürfen, wobei die Kosten für die neuen Mitarbeiter durch die Pflegekassen gedeckt werden sollen. Diese Betreuer sollen mit dem Kranken den Alltag verbringen und sie beschäftigen. Diese Aufgabe sei jedoch alles andere als einfach, betonen Pflegeexperten. Zur Betreuung von Personen mit Demenz ist eine hohe Profession der Pflege notwendig. Der Umgang mit den Demenzkranken, die im Verlauf der Krankheit auch aggressiv werden können, erfordert Geduld und Fachkenntnisse. Das Bundesgesundheitsministerium und die gesetzliche Krankenversicherung weisen zwar darauf hin, dass ca. 20.000 Langzeitarbeitslose eine Ausbildung in der Kranken und Altenpflege haben, die für die Betreuung der Dementen eingesetzt werden könnten. Erfahrungsgemäß haben diese ehemaligen Fachkräfte der Pflege aber lange Berufspausen hinter sich und sollen nun mit begleitender Ausbildung wieder in ihren Beruf zurückgeführt werden. Andere Langzeitarbeitslose kommen gar aus anderen Bereichen und in diesem Fall reicht die Kurzausbildung zum „Pflegeassistenten“ (100 Theoriestunden und 60 Praxisstunden plus Praktika) beim weitem nicht aus. Vergleichbare Lehrgänge sahen in der Vergangenheit etwa 900 Stunden vor, sind also viel umfassender als die Initiative der Agentur für Arbeit.
Es ist erschreckend für die Versicherten und Patienten, mit welch ethischer Gleichgültigkeit die von der Ökonomie getriebenen Verwalter des Mangels die pflegerische Versorgung von Bürgern in Deutschland planen. Die Bedürfnisse des Patienten stehen eindeutig nicht im Vordergrund der Überlegung.
Der Präsident der DGVP Candidus fordert, das Vorhaben in dieser Form zu verhindern. „Zusätzlich zur mangelhaften Qualifikation werden die qualifizierten Mitarbeiter der Berufsgruppe Pflege mit den 20.000 gering qualifizierten Personen bezogen auf die Vergütung unter Druck gesetzt. Durch diesen Vorschlag der Agentur für Arbeit setzt sich das von uns seit langem kritisierte Sozial-Dumping fort.“
Quelle: Pressemeldung DGVP ( PDF )
Startseite - Veroeffentlicht von: Steinbock am: 21. August 2008 um 8:43 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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