Verband fordert zum Weltkindertag familienorientierte Wohnungspolitik

Passend zum Motto des diesjährigen Weltkindertages „Kindern ein Zuhause geben“ fordert der Deutsche Familienverband von der Wohnungspolitik eine konsequente Kinder- und Familienorientierung: „Solange Familien die großen Verlierer am Wohnungsmarkt sind und in zu enge Wohnungen und benachteiligte Quartiere abgedrängt werden, können zu viele Eltern ihren Kindern kein gutes Zuhause geben“, kritisiert Verbandspräsident Dr. Klaus Zeh. „Familienwohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Wie die Kinder sich entwickeln, hängt entscheidend von der Wohnung und vom Wohnumfeld ab. Wir müssen Kinder in den Mittelpunkt stellen und ihnen ein Zuhause geben – im ganz wörtlichen Sinne.“

Mit einer breit angelegten Initiative zum familiengerechten und bezahlbaren Wohnen setzt sich der Deutsche Familienverband daher bei Wohnungsbaupolitikern dafür ein, den Wohnbedürfnissen von Familien einen wichtigen Stellenwert zu geben. Unterstützung hat dem Verband bereits die baupolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Marie-Luise Dött zugesagt.

Neben größeren Anstrengungen für familiengerechten Mietwohnraum fordert Zeh vor allem eine bessere Wohneigentumsförderung für Familien: „Seit dem Aus für die Eigenheimzulage gibt es auf Bundesebene keine wirkungsvolle und leicht handhabbare Wohneigentumsförderung mehr. Dabei ist Wohneigentum gerade für Familien mit mehreren Kindern oft die einzige Möglichkeit, überhaupt familiengerecht zu wohnen – und es ist gleichzeitig eine dringend notwendige zusätzliche Altersvorsorge“, betont der DFV-Präsident. „Wir fordern deshalb die Wiedereinführung einer bundesweiten und unkomplizierten Wohneigentumsförderung nach dem Vorbild der Eigenheimzulage, die auf Familien konzentriert wird. Die Förderung muss unabhängig vom persönlichen Steuersatz wirken und Familien ohne hohes Einkommen erreichen, die Unterstützung ganz besonders dringend brauchen.“

Dringenden Handlungsbedarf sieht Zeh auch bei der Bau- und Städteplanung und beim Kostentreiber Bauland: „Entgegen allen Bekundungen zur Kinderfreundlichkeit werden immer wieder Wohngebiete und Infrastruktur an Familien vorbei geplant, und Bauland ist in vielen Regionen gerade für Familien mit mehreren Kindern kaum noch erschwinglich. Wir brauchen Stadtplaner mit Kinderblick und familienorientierte Baugesetze, damit Familien schneller und preisgünstiger an Bauland kommen. Dafür ist der wichtigste Hebel das Baugesetzbuch, das aktuell zur Novellierung ansteht: Hier muss es gelingen, den Belangen von Kindern und Eltern und vor allem den Bedürfnissen von Mehr-Kind-Familien einen besonderen Stellenwert zu geben.“

Verbandspräsident Zeh warnt davor, die Wohnbedürfnisse von Familien gegen andere Interessen auszuspielen: „Wohnen ist ein Thema, das die Menschen besonders ernst nehmen und an dem sich Wahlen entscheiden. Hier müssen die politisch Verantwortlichen schnell, nachhaltig und familienorientiert reagieren. Denn Kinder sind unsere Zukunft – und sie müssen uns eine gute Politik wert sein. Sonst werden wir die gesellschaftlichen und demografischen Herausforderungen nicht bewältigen.“

Quelle: Der Deutsche Familienverband

Anmerkung Sozialticker … und wenn dieser Verband mal ein Wort über die täglich stattfindende Schweinerei bei den Hartz IV Familien noch im Petto gehabt hätten, käme da evtl. sogar eine gewisse Sympathie zum Vorschein.