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Umfassende Pflegereform auf der Tagesordnung

“Die Volkssolidarität setzt sich für eine umfassende Reform der Pflegeversicherung ein”, erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Gunnar Winkler, am Donnerstag. „Dreh- und Angelpunkt muss die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs sein“, sagte er mit Blick auf die aktuelle Diskussion zur Pflegeversicherung. „Demenzkranke dürfen in der Pflege nicht weiter diskriminiert werden. Pflegende Angehörige müssen endlich wirksam entlastet werden. Seit Jahren ist der Handlungsbedarf bekannt, konstruktive Lösungsvorschläge liegen seit über z wei Jahren auf dem Tisch. Statt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen hinzuhalten muss jetzt endlich gehandelt werden.“

Winkler betonte: “Wir fordern vor allem eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Der verrichtungsbezogene Pflegebegriff muss überwunden werden. Wir sind für eine Neuregelung, die die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen mit demenziellen und psychischen Erkrankungen besser berücksichtigt. Der Erhalt der Selbstständigkeit und der gesellschaftlichen Teilhabe der zu pflegenden Menschen muss mehr in den Vordergrund der Pflege rücken. Das heißt auch, neue Spielräume für eine bessere pflegerische Versorgung zu erschließen statt Pflege im Minuten-Takt. Dieser Weg muss mit einer deutlichen Aufwertung der Pflegeberufe verbunden werden.”

Niemand bestreite, dass mehr Leistungen bei anwachsendem Pflegebedarf auch zusätzliche finanzielle Ressourcen erfordern, so der Verbandspräsident. “Die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft für die Pflege können und müssen aber solidarisch bewältigt werden. Daher setzt sich die Volkssolidarität für eine Bürgerversicherung in der Pflege ein. Als erster Schritt steht jedoch ein Risikostruktur- und Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung an. Es kann nicht sein, dass die private Pflegeversicherung weiter Überschüsse in Milliardenhöhe ansammelt, während über die soziale Pflegeversicherung bei knappen Finanzen weit über 90 Prozent der Versorgungsaufgaben erbracht werden müssen. Eine Privatisierung des Pflegerisikos, etwa durch eine kapitalgedeckte Rücklage, lehnen wir ab. Der falsche Weg von Kopfpauschalen bei der Gesundheit darf sich bei der Pflege nicht wiederholen.”

Winkler verwies auf das im Frühjahr vom Bundesvorstand der Volkssolidarität beschlossene Positionspapier “Pflege solidarisch, bedarfsgerecht und in hoher Qualität sichern”. Damit bringe sich die Volkssolidarität mit ihren 265.000 Mitgliedern und 17.000 Mitarbeitern, darunter vielen in Pflegediensten und -einrichtungen, in die Debatte über gesetzliche Neuregelungen in der Pflege ein.

Quelle: Presse Volkssolidarität

Startseite - Veröffentlicht am: 20. August 2011 um 11:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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