Das Sozialtickerportal
Home | Der Sozialticker e.V. | Impressum | Haftungsausschluss | Datenschutzerklaerung | Nutzungsbedingungen | Kontakt

Sonntag, der 23. November 2008 Tip  Ihre Pressemitteilung / News einreichen   English  English flag    French  French flag

 

Trotz MiaG und Entsendegesetz: Ziel bleibt allgemeiner Mindestlohn

Am Montag findet im Bundesarbeitsministerium eine Anhörung zu den Entwürfen des Mindestarbeitsbedingungen- und Arbeitnehmer-Entsendegesetz statt. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer erklärte dazu am Sonntag in Berlin:

“Die beiden Gesetze sind ein erster Schritt auf dem Weg zu besseren Entgelten im Niedriglohnbereich, reichen aber bei weitem nicht aus: Unser Ziel bleibt deshalb ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn von anfangs nicht unter 7,50 Euro pro Stunde. Im Gegensatz zum komplizierten Verfahren nach dem neuen Mindestarbeitsbedingungengesetz ist ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn einfacher zu ermitteln, transparenter und damit besser durchsetzbar.

Wir kritisieren insbesondere, dass die Gesetze nicht den Weg eröffnen, regionale Mindestentgelte – etwa für ein Bundesland – festsetzen zu können. Damit wäre die Möglichkeit geschaffen worden, die Vergabegesetze der Länder nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Fall ,Rüffert’ auf weitere – regional bedeutende – Branchen wie den öffentlichen Personennahverkehr zu erstrecken und Lohndumping sowie Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken.

Positiv ist, dass im Entwurf zum Entsendegesetz bei konkurrierenden Tarifverträgen das Kriterium der ,Repräsentativität’ maßgeblichen Ausschlag geben soll um zu entscheiden, welcher Vertrag für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Mit anderen Worten: Der Tarifvertrag, an den die meisten Arbeitgeber und Beschäftigten direkt gebunden sind, hat den Vorrang. Ich kann die CDU/CSU nur warnen, dies wieder rückgängig zu machen, wie einige Äußerungen führender Unionspolitiker nahelegen. Sinnvoll und notwendig ist zudem die Festlegung, keine Tarife für allgemeinverbindlich zu erklären, die den ergänzenden Bezug staatlicher Transferleistungen erforderlich machen.

Der Entwurf zur MiaG-Novelle sieht eine Einschränkung und damit Verschlechterung gegenüber dem bestehenden Gesetz vor: Konnten bisher auch Mindestarbeitsbedingungen festgelegt werden, sollen es künftig lediglich die Mindestentgelte sein. Das ist zu wenig, weil es ja gerade um Branchen geht, in denen es keine oder nur unzureichende Tarifverträge gibt.

Begrüßenswert ist es, dass ein künftiger gesetzlicher Mindestlohn absolute Untergrenze sein soll und damit schlechtere Tariflöhne nicht zur Anwendung kommen dürfen. Dies muss dann allerdings auch für Tarifverträge gelten, die vor dem 1.6. 2008 geschlossen wurden.

Im Hauptausschuss des MiaG ist die Politik überrepräsentiert. Der Hauptausschuss soll zentrale Arbeitsbedingungen beurteilen und dazu Entscheidungen fällen. Das aber ist prinzipiell allein die Sache der Sozialpartner. Eine Besetzung des Hauptausschusses mit Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern wäre zudem auch im Sinne aller, die die Tarifautonomie wahren wollen. Das müsste deshalb der Union entgegenkommen, die das ja in diesem Zusammenhang stets für sich proklamiert.”

Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein   am: 30. Juni 2008 um 11:15 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

Verbraucherinformationen
Plus Online Shop Plus Online Shop


Bookmark Buttons:
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Bookmarks.cc Bookmark bei: Bookmarks.at Bookmark bei: Newsider Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Furl Bookmark bei: Google Bookmark bei: Blogmarks Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Netvouz Information


  1 Kommentar / Frage veroeffentlicht


Weitere Beiträge zu diesem Themengebiet:


Weitere aktuelle Meldungen:



1 Kommentar / Frage

Lesen Sie Kommentare / Fragen, welche andere Leser hinterlassen haben.


1. ... Kommentar von Martin Obenaus am Montag, 30.6.2008.

Ich vermute mal- der Bundesrat wird dem nicht zustimmen!
Wir sind ja demokratisch…


Kommentar / Frage hinterlegen ...

Wenn Sie einen oeffentlichen Kommentar oder eine oeffentliche Frage zu dem oben gezeigten Artikel hinterlassen wollen, fuellen Sie nachfolgendes Formular aus. Bitte achten Sie auf die Netikette, bevor Sie Ihren Kommentar einsenden. Alle Einsendungen werden vor der Veroeffentlichung moderiert.
Der Webseitenbetreiber behaelt sich das Recht vor, Einsendungen ohne Angabe von Gruenden zu loeschen.





Anzeige
 

Webseiteninfo: Der Sozialticker e.V. | Impressum | Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung | Nutzungsbedingungen | Kontakt

Service: Nachrichten als RSS XML | Presseticker

Valid Valid Valid