Suizidprävention muss gezielt gestärkt werden


Berlin:(hib/PK)- Die Suizidprävention muss nach Ansicht der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen gezielt gestärkt werden. In Deutschland seien jährlich rund 10.000 Todesfälle auf einen Suizid zurückzuführen. Nach Schätzungen liege die Zahl der Selbstmordversuche sogar zehn Mal so hoch, heißt es in einem gemeinsamen Antrag (18/12782) der drei Fraktionen.

Daher müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, um Suizide und Suizidversuche zu verhindern und betroffenen Menschen und Angehörigen frühzeitig Auswege, etwa in Form einer Therapie, aufzuzeigen. Nach aktuellen Forschungsergebnissen hätten mehr als 90 Prozent der Selbstmörder an einer psychischen Erkrankung gelitten, mehr als 80 Prozent der Opfer seien nicht behandelt worden. Um Suiziden entgegenzuwirken, benötigten Menschen in psychischen Krisen niedrigschwellige und schnelle Hilfe. Männer verüben den Angaben zufolge deutlich öfter Selbstmord als Frauen. Besonders gefährdet seien Männer im Alter zwischen 45 und 60 Jahren sowie zwischen 70 und 80 Jahren.

Wie es in dem Antrag weiter heißt, leben in Deutschland mindestens 1,5 Millionen Kinder, deren Eltern an einer Psychose oder schweren Depression leiden oder alkohol- beziehungsweise drogenabhängig sind. Hinzu kämen Kinder, deren Eltern unter Angst-, Zwangs und Persönlichkeitsstörungen litten. Diese Kinder hätten durch ihre familiäre Situation ein erhöhtes Risiko, selbst psychische Störungen zu entwickeln.

In der Altersgruppe der 15 bis 29-Jährigen stelle der Suizid eine der häufigsten Todesursachen dar. Der Suizid stehe an zweiter Stelle der Todesursachen junger Männer zwischen 18 und 25 Jahren. Die Abgeordneten sprechen sich in dem Antrag dafür aus, offener über psychische Erkrankungen zu sprechen und Aufklärungskampagnen zu unterstützen, Möglichkeiten der Prävention zu stärken sowie auch die Forschung zu diesem Thema zu fördern.

Quelle: Deutscher Bundestag

21. Juni 2017

1 Kommentar

  1. “ . . . Nach aktuellen Forschungsergebnissen hätten mehr als 90 Prozent der Selbstmörder an einer psychischen Erkrankung gelitten . . . “
    heißt das etwa , daß 10 prozent ( ~1000 personen ) nicht krankhaft den freitod gewählt haben ? was soll das therapiert werden ? männer sind also suizidgefährdeter als frauen und man will nicht die ursachen , sondern die folgen “ therapieren “ ? also “ therapieren “ im sinne von medizinischem gehirntod mittels übelster psychopharmakadrogen ?

    p . s . : drei ehemalig gute freunde haben hauptsächlich wegen beziehungen / frauen selbstmord vollzogen . ein mitschüler fand vor etlichen jahren seine mutter am türpfosten baumeln . der grund für die probleme im allgemeinen asozialen miteinander , kein zusammenhalt und kommunikationsbarrieren bis nach dem freitod . ich kann alle vier suizidhandlungen in meiner umgebung vollstens nachvollziehen – es war zu dem zeitpunkt subjektiv für jeden einzelnen der beste ausweg aus dieser kranken gesellschaft .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2017 Sozialticker

Start - Sozialticker↑ ↑

Google+ Twitter