Gut 20 Prozent der Deutschen können sich ein Ehrenamt in der Pflege vorstellen. Acht Prozent sind bereits ehrenamtlich aktiv. Das geht aus einer aktuellen und repräsentativen Studie* hervor, die das Forsa-Institut für die DAK-Gesundheit durchgeführt hat. Die große Mehrheit der Befragten bewertet die Situation professioneller Pflegekräfte als schlecht. Zum Start der bundesweiten Pflegereform am 1. Januar 2017 unterstützt die Krankenkasse pflegende Angehörige mit neuen Online-Angeboten.

Vor allem Frauen und ältere Menschen können sich laut DAK-Studie für ein Ehrenamt in der Pflege begeistern. So geben zwölf Prozent der befragten Frauen an, bereits ehrenamtlich aktiv zu sein. Bei den Männern sind es nur vier Prozent. Elf Prozent der über 60-Jährigen engagieren sich, bei unter 30-Jährigen sind es drei Prozent. Bei denen, die noch nicht aktiv sind, sich dies aber vorstellen können, ist die Verteilung ähnlich. „Ehrenamtliche sind eine extrem wichtige Säule der Pflege. Ohne sie, wäre die jetzige Versorgung nicht denkbar“, sagt Michael Richter, Chef der DAK-Gesundheit in Karlsruhe. „Unsere Studie zeigt zudem eine große Bereitschaft zum Engagement. Das sollten wir unterstützen und versuchen, auch mehr Männer für ein Ehrenamt zu begeistern.“

Viele haben Berührungsängste

Ehrenamtliche übernehmen keine klassischen Pflegeaufgaben. Sie verbringen Zeit mit Pflegebedürftigen, machen Spaziergänge oder lesen vor. Nach den Ergebnissen der DAK-Umfrage können sich gut 60 Prozent der Befragten eine solche Tätigkeit dennoch nicht vorstellen. Jeweils 40 Prozent davon sagen, dass ihnen entweder die Zeit fehlt oder sie Berührungsängste mit Alter und Krankheit haben. Ein Drittel nennt die eigene körperliche Verfassung als Grund, auf ein Ehrenamt in der Pflege zu verzichten. Fehlende Anreize zum Beispiel in Form von Aufwandsentschädigungen nennen nur 18 Prozent.

Situation professioneller Pflegekräfte als schlecht bewertet

Laut DAK-Studie halten viele Befragte eine weitere Pflegereform für nötig. 87 Prozent schätzen die Situation professioneller Pflegekräfte als eher schlecht oder schlecht ein. Nur acht Prozent halten sie für gut. Gefragt nach notwendigen Verbesserungen in der Pflege, nennen 89 Prozent die Ausbildung und Bezahlung des Pflegepersonals. Doch auch die Qualität der Betreuung in Pflegeheimen sollte nach Meinung von drei Vierteln der Befragten verbessert werden. 83 Prozent denken, dass mit gesetzlichen Regelungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf pflegende Angehörige entlastet werden können.

Reform der Pflegeberufe überfällig

„Wir brauchen gute und motivierte Pflegekräfte, um die großen Herausforderungen des demografischen Wandels meistern zu können“, sagt Michael Richter. „Um die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, ist eine Reform der Pflegeberufsausbildung überfällig.“ Diese schon länger geplante Reform ist jedoch gegenwärtig so umstritten, dass ihr vorgesehener Start Anfang 2018 gefährdet ist. Kern der Reform ist eine einheitliche Ausbildung für alle Pflegeberufe, die durch ein Studium ergänzt werden kann.

Neue DAK-Angebote für pflegende Angehörige

Um pflegende Angehörige zu unterstützen, bietet die DAK-Gesundheit seit dem Start der Pflegereform zum 1. Januar neue Online-Angebote. Der DAK-Pflegeguide ist eine App, die wichtige Fragen zur Pflege beantwortet, bei der Berechnung von Leistungsansprüchen und bei der Suche nach Hilfsangeboten und Selbsthilfegruppen hilft. Die DAK-Gesundheit ist die erste Kasse mit einem solchen Angebot. Die App ist kostenlos und bald für die Betriebssysteme iOS und Android erhältlich.

Zusätzlich gibt es einen Demenz-Coach, der den bereits bekannten Pflege-Coach der Krankenkasse ergänzt. Wer sich kostenlos anmeldet, findet nun in diesem onlinebasierten Pflegekurs ein weiteres Modul, das wichtige Fragen zur Pflege Demenzkranker erklärt. Der Pflegecoach ist unter www.dak.de/pflegecoach erreichbar.

Quelle: DAK-Gesundheit

Anmerkung Sozialticker … „Ehrenamtliche sind eine extrem wichtige Säule der Pflege. Ohne sie, wäre die jetzige Versorgung nicht denkbar“. – ist das nicht traurig im Jahre 2017 nach der einfachen Schnellgeburt unter anderen Bedingungen? Was sagt denn eigentlich der Gesundheitsminister dazu? Obwohl, dass juckt den doch sicherlich nicht die Bohne – oder doch?

weiter:

„87 Prozent schätzen die Situation professioneller Pflegekräfte als eher schlecht oder schlecht ein.“ – jaaaa, da hüpft des Ministers Herz im Takt der Diäteneingänge.

Fazit Sozialticker: „Zusätzlich gibt es einen Demenz-Coach, der …“ – der den Minister mal daran erinnern sollte, wozu er überhaupt sich im Amt befindet.

Aber solche Dinge packt man zu ungern an, denn irgendwie ist jeder Tag mal vorbei und wenn es bis dahin gut ging, wieso nicht auch morgen, denn übermorgen ist man ja nicht mehr im Amt und meckert getrost auf folgende Minister und Parteilinien, denn für die eigene Pflege sind ja reichlich Gelder vorhanden und locker gemacht worden. Genau so sieht ein soziales Deutschland aus.

Einfach widerlich !!!

PS: „Ehrenamtliche übernehmen keine klassischen Pflegeaufgaben. Sie verbringen Zeit mit Pflegebedürftigen, machen Spaziergänge oder lesen vor.“ – dies hält der Sozialticker für ein Gerücht.

17. Januar 2017