Was steuert die Wahrnehmung und die Wertung?


Die Antipoden

Zwei Männer bestimmen die Schlagzeilen in den deutschen Medien. Der eine wird in den Himmel gehoben, der andere zur Sau gemacht. Betrachtet man die Lebensgeschichten von Donald Trump und Martin Schulz gibt es da zwar keine wirklichen Übereinstimmungen, aber die dunklen Flecken auf den weißen Westen hinterlassen ein ähnliches Muster und aus größerer Entfernung verschmelzen sie zu einem nahezu identischen Helligkeitswert.

Was also steuert die Wahrnehmung und die Wertung?

Von Donald Trump heißt es, er habe eine unmögliche Frisur, und man könnte meinen, die Frisur eines Menschen gäbe Aufschluss über seine Zurechnungsfähigkeit. Schaut man genauer hin, hat Donald Trump eine Frisur, die im Grunde völlig normal ist und von jedem anderen so getragen werden könnte, ohne dass man ihn deswegen mit Häme überschütten würde. Klicken Sie sich hier einfach mal bei friseur.com durch die aktuellen Top20 Herrenfrisuren.

Martin Schulz, der Mann mit der Yin-Yang-Frisur, wird weder als Beatle mit Schiebedach bekichert, noch macht man sich über das Bartgestrüpp lustig, nein – sein Bart wird bewundert weil er es wagt, sich mit Bart zur Wahl zu stellen, obwohl das schon bei Scharping nicht funktioniert hat – soll heißen: Der ist besser als Scharping.

Die Karriere des Martin Schulz wird vom EU-Parlamentspräsidenten rückwärts erzählt und alles, was da schief gegangen ist, vom Schulabbruch über den Fußballabbruch bis zum Alkoholabbruch wird ihm als Pluspunkt angerechnet, weil er es mit Zähigkeit (Zähigkeit geht über Fähigkeit) geschafft hat, nun als Kanzlerkandidat der SPD aufgestellt worden zu sein.

Über Trumps Studium der Wirtschaftswissenschaften wird nichts berichtet, im Gegenteil, man behauptet, er habe von nichts eine Ahnung, seine Erfolge als Unternehmer, welche diejenigen des Buchhändlers Schulz weit übertreffen, werden neidisch in die Formel „der Milliardär“ gekleidet, während man sich an seinen zurückliegenden, und überwundenen Misserfolgen ergötzt und ihm „der Versager“ nachruft.

Trump hält man vor, man wisse nicht, was er eigentlich wolle, obwohl er das schon gesagt hat, bevor er als Kandidat der Republikaner nominiert war, und obwohl man es auch damals schon in den deutschen Medien vernehmen konnte. ( … )

Vollständiger Artikel und Quelle: Egon w. Kreutzer

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