Feb
2018

Staatliches Hacking macht alle Geräte unsicher!

Digitalcourage warnt am Safer Internet Day 2018 (Dienstag, 6. Februar 2018) mit einem Brief Bundestagsabgeordnete vor den Folgen von staatlichem Hacking. Digitalcourage fordert ein Aufhebungsgesetz für Staatstrojaner und wird eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zum staatlichen Hacking einreichen.

Brief an Bundestagsabgeordnete:
Brief: https://digitalcourage.de/blog/2018/staatstrojaner-warnbrief-an-bundestag-wortlaut
Blogartikel: https://digitalcourage.de/blog/2018/staatstrojaner-warnbrief-an-bundestag

Geplante Verfassungsbeschwerde gegen Straatstrojaner unterstützen:
https://digitalcourage.de/staatstrojaner-stoppen

Erklärvideo zu Staatstrojanern ansehen (vimeo.com):

https://vimeo.com/digitalcourage

„Es ist Aufgabe des Staates, Sicherheitslücken zu schließen, nicht sie für Staatstrojaner bereit zu halten“, sagt Friedemann Ebelt von Digitalcourage. „Staatstrojaner verletzen unser Grundrecht auf vertrauliche IT-Systeme. Darum werden wir gegen die Staatstrojaner eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einreichen.“

Was sind Staatstrojaner?
Staatstrojaner sind Spionage-Programme, die von Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten auf Kommunikationsgeräten installiert werden. Die gesetzlichen Grundlagen heißen Quellen-Telekommunikations-Überwachung (Quellen-TKÜ) und Online-Durchsuchung. Entwickelt werden die deutschen Staatstrojaner von der „Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“ (ZITiS) in München sowie von Firmen, wie der Gamma Group und DigiTask.

Warum sind Staatstrojaner gefährlich?
Staatstrojaner werden über Sicherheitslücken installiert. Polizei und Geheimdienste nutzen Schwachstellen in Handys, Computern und Tablets, durch die auch Kriminelle in die Geräte einbrechen können. Wie gefährlich das ist, haben die Verschlüsselungstrojaner „WannaCry“ und „NotPetya“ gezeigt.

Überwachung per Verfahrenstrick
Am 22. Juni 2017 hat der Bundestag die Strafprozessordnung geändert. SPD und CDU/CSU haben darin auf den letzten Metern ein Überwachungsgesetz versteckt: den erweiterten Einsatz von Staatstrojanern. Selbst die Bundesdatenschutzbeauftragte erfuhr davon erst im Nachgang. Das ist undemokratisch und hat eine öffentliche Debatte sowie kritische Stellungnahmen verhindert.

Quelle: Digitalcourage e.V.

6. Februar 2018

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4 Kommentare zu - “Staatliches Hacking macht alle Geräte unsicher!

  1. Das ist wie eine Sucht. STASI 2.0 treibt den Wahn von 1.0 voran und die Unterlagen zeigen auf, wie pervers der Blick ins Schlafzimmer war, ist und sein wird. Eine Gegenwehr wie es das Grundgesetz vorsieht, wird nicht geduldet und so leben wir nicht in Freiheit, sondern in einer diktatorisch gehaltene Scheindemokratie.
  2. „Big Brother is Watching You“. Davon wissen wir nicht erst jetzt, sondern ist uns gegenwärtig seit 1949, dem Erscheinungsjahr von George Orwells bekanntem Roman… Nur, dass es jetzt Realität geworden ist.

    Folge des Gesetzes Qellen-TKÜ dürfte wohl sein, dass künftig nur mehr Kommunikationsgeräte hier in Deutschland zugelassen werden, die eine Software-Lücke für den Staatstrojaner bereithalten – was aber dann ausländische Software-Entwickler anregen wird, Schutzprogramme dagegen zu entwickeln. Das wird den Staat natürlich seinerseits anregen, bessere Staatstrojaner zu entwickeln, die wiederum im Ausland gehackt werden, usw. Es ist ein Spiel wie Hase und Igel. Willkommen im Märchenland.

  3. Auch neu zugelassene Autos müssen ab diesem Jahr vernetzt sein, um angeblich einen Notruf wählen zu können und auch die Ortung gewährleistet ist. Fehlen also nur noch die Drohnen zum perfekten Überwachungsstaat, wo mit einem Klick die Pöbel an der Rentenkasse vorbeigeleitet werden.

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