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Staat subventioniert Niedriglöhne mit vier Milliarden Euro

Einen außergewöhnlichen Zuwachs an neuen Jobs als Folge von Lohnzurückhaltung und Arbeitsmarktreformen (Hartz IV) ist auch in der Region Berlin-Brandenburg nicht zu registrieren.

Vor allem prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit wachse.

Bedrückend sei die Situation von Niedriglöhnern, so Doro Zinke, stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, deren Einkommen drastisch sinke. An Mindestlöhnen führe deshalb kein Weg vorbei. In diesem Zusammenhang sei es völlig abwegig, wie von einzelnen Ökonomen gefordert, die Hartz-Sätze einzufrieren, weil sonst angeblich „der Anreiz zur Arbeitsaufnahme“ fehle. Wer so argumentiere, so Zinke, verkenne die Wirklichkeit: Die Menschen nähmen jede Arbeit an, selbst miserabel bezahlte 1-Euro-Jobs. Das scheine an manchen Wissenschaftlern vorbei zu gehen.

Es sei ein gesellschaftspolitischer Skandal, dass der Staat die Niedriglöhne der deutschen Wirtschaft mit 4,4 Mrd. Euro im Jahr subventioniere, also der Steuerzahler. Allein in Berlin und Brandenburg existierten 140.000 Aufstocker: Arbeitnehmer, die mit ihren Jobs so wenig verdienten, dass sie zusätzlich staatliche Unterstützung benötigten. DGB-Studien verweisen darauf, dass auf einen Aufstocker zwei weitere kommen, die sich nicht trauten, Hilfe zu beantragen.

Quelle: DGB Brandenburg

Startseite - Veröffentlicht von: Sozialticker   am: 31. August 2008 um 10:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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5 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von zdago am Sonntag, 31.8.2008.

@Staat subventioniert Niedriglöhne mit vier Milliarden Euro

falsch - die Steuerzahler subventionieren sich selbst. Hier haben die Politiker dafür gesorgt, daß die steuerzahlenden Bürger, also Otto-Normalverbraucher, die Arbeiten bezahlt, während die Konzerne die Gewinne einstreichen - ohne sich über Steuern an der Arbeit zu beteiligen.
mfg zdago


2. ... Kommentar von alex am Montag, 1.9.2008.

Man kann schön erkennen, dass sich die Unternehmen hinter dem breiten Rücken des Staates schon lange von der sozialen Marktwirtschaft verabschiedet haben. Die Last wird mit voller Absicht vom Staat dem kleinen Mann aufgebürdet - damit dieser irgendwann darunter stöhnt und ächzt und man ihm so die Abschaffung des Sozialstaates als persönliches Steuergeschenk verkaufen kann. Der neoliberale Plan nach dem Motto “sozial ist, was Arbeit schafft” scheint immer mehr aufzugehen. Ein Unternehmen ist jetzt schon deshalb sozial, weil es Arbeitsplätze schafft - ganz egal, ob dieses dem Menschen ein genügend hohes Einkommen zahlt.

Wie gut mussten sich einst die Sklaven gefühlt haben, denn sie hatten alle eine Arbeit. Man hört die Kinder in Indien alle lachend, fröhlich spielen - denn sie haben alle eine Arbeit - und das ist schließlich die Hauptsache für ein menschenwürdiges Leben.

“Sozial ist, was Arbeit schafft” - wird dieser Satz mitsamt seinen geistigen Erfindern eines Tages ebenfalls in die Geschichtsbücher als Beispiel für Unmenschlichkeit eingehen, wie die einstige, unmenschliche Vergangenheit dieses Staates? Ich würde es mir wünschen, denn die Hoffnung stirbt zuletzt…


3. ... Kommentar von freedom am Montag, 1.9.2008.

Genau so ist es! Es läuft alles nach dem Plan der Verarmungspolitik dieser BRD-GmbH.
Und die, die - noch - sozialversicherungspflichtige, reguläre Jobs haben, werden auch bald dazu gehören!

Merkel verrät das Volk - wie von Bush befohlen!

LG
freedom


4. ... Kommentar von manuela am Montag, 1.9.2008.

ich kann euch allen nur zustimmen!!! und die Medien spielen ihre Rolle dabei diese menschenverachtende Ideologie erfolgreich zu verbreiten anstatt aufzuklären!


5. ... Kommentar von Kandis am Montag, 1.9.2008.

Anscheinend scheint es aber den meisten noch gut zu gehen…
ansonsten könnten ja die etablierten “liberalen” und “christlichen” wohl kaum fast 50 % der Stimmen erringen…
wirklich ändern tut sich dann nach dem nächsten Knall was…

Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen (albert einstein)


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