Der Spruch des Tages … 27.02.2017


Kommt passend und auf den Punkt gebracht von Ursula Mathern bei Labournet:

„Mein Bekanntheitsgrad ist in letzter Zeit enorm gestiegen! In vielen Medien mache ich nun Schlagzeilen! Kein Wunder! Habe ich doch in den letzten Jahren zahlenmäßig bereits ganz gut zugelegt. Heute wissen hierzulande bereits 3,5 Millionen Menschen, wie ich mich anfühle! Und unter den jetzigen Verhältnissen ist mir ein regelrechter Boom sicher!

Altersarmut ist mein Name!

Bis vor etlichen Jahren galt vermutlich noch: Mein Gesicht war vor allem weiblich! Wen interessierten schon die alten Frauen, die nie erwerbstätig waren, ja ohne die Erlaubnis ihrer Ehemänner nicht einmal sein durften! „Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. (1958 bis 1977 lautete § 1356 BGB Absatz 1) Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist“. Bis 1957 durften sie ohne Erlaubnis des Ehemannes auch kein eigenes Konto eröffnen. Im Klartext: Frauen waren zuständig für Haushalt und Familie, ohne eigenes Einkommen und so auch ohne selbst erworbene Rentenansprüche!

Weiter:

Ich glaube, an Anschauungsunterricht fehlt es keiner/m von uns:

– Alte Leute, die Abfallcontainer nach Pfandflaschen durchsuchen.
– Alte, die sich wie ALG-II-BezieherINNEN vor den Tafeln sammeln.
– Alte, die versuchen, mittels mehrerer Jobs ihre Rente soweit aufzubessern, dass es zum Leben reicht. Gerade in Städten mit hohen Mieten.

Inzwischen sind es zu viele geworden als dass man sie einfach übergehen könnte: die Altersarmen!

( … )

Quelle und vollständiger Artikel: Labournet

Und damit trifft sie den Nagel direkt auf den Kopf. Dass im Jahr 2017 immer noch darüber geredet / geschrieben werden muss, ist an sich schon eine Schande der Sozialpolitik, aber dass es immer mehr Betroffene gibt – stört der „Meistersängerin“ aus dem Diäten finanzierten Hause nicht die Bohne. Im Gegenteil, es wird verschlimmert, es wird gestrichen, es werden Gesetze erlassen, die zementieren und es wird gelogen, betrogen und die Menschen um ihre Lebenssinne gebracht. Die Armut ist sicher … die Rente schon lange nicht mehr !!!

„Insgesamt ist also zu sagen: Altersarmut ist kein Schicksal! Und: Es gibt Gegenkonzepte: …“ – so die Autorin, dem sich der Sozialticker nur anschließen kann.

27. Februar 2017

1 Kommentar

  1. Sozialticker

    27. Februar 2017 um 16:40

    Zu den Aussichten:

    Heute ist sie (73) selbst auf Lebensmittelspenden angewiesen: Etwas Reis, zwei Packungen Nudeln, Kichererbsen, einige Datteln und eine Dose Milch – das ist ihre Ration für diesen Monat, die sie an einer Athener Tafel für Bedürftige abholt.

    Quelle: Reuters

    vs.

    Finanzlobby – Das lukrative Rettungsgeschäft „verbrannte“ bereits über 200 Mrd. Euro

    Quelle: Griechenland-Blog

    Da kann man ja nur hoffen, dass in den Baumärkten von Deutschland die Kälberstricke nicht ausgehen.

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