Sozialer Wohnungsbau nötiger denn je
Ein Wandel der Wohnungswirtschaft vom Mietmarkt zum Eigentumsmarkt ist festzustellen - nicht etwa, weil Wohneigentum besonders attraktiv erscheint, sondern weil das Mietrechtssystem keine angemessenen Mieten erlaubt und die öffentliche Hand die Differenz nicht mehr durch Subventionen auffüllt. Wer in Ballungszentren mit stabiler oder gar wachsender Bevölkerung eine Wohnung sucht, muss entweder tief in die Tasche greifen oder sich mit Zweitklassigem begnügen. Sobald sich die Lage am Arbeitsmarkt entspannt und die Kaufkraft wieder steigt, wird er Eigentum erwerben müssen, weil er in den meisten Städten keinen angemessenen Wohnraum findet. Denn der Wohnungsbau ist regelrecht zusammengebrochen: von 600 000 neuen Wohnungen Mitte der neunziger Jahre auf unter 250 000. Mittlerweile macht der Bau von Eigenheimen und Eigentumswohnungen drei Viertel des gesamten Wohnungsneubaus aus.
Damit nähert sich Deutschland den Verhältnissen in vielen anderen Ländern. Dort erleben die Wohnungspreise seit Jahren einen fast schon beängstigenden Höhenflug - beängstigend, weil Wohnen zu einem Luxusgut entartet, das sich neue Haushalte kaum noch leisten können.
Für viele Leistungsbezieher von Sozialleistungen ergibt sich aus diesem Umstand schon heute eine Not. Kaum sind die von Kommunen gedachten anerkannten Wohnungen zu bekommen, die in voller Höhe übernommen werden. Daus resultiert, das viele Leistungsbezieher aus ihren kläglichen Regelsätzen die Differenzen begleichen müssen, wenn man nicht als Obdachloser auf der Strasse leben will.
Es muss dringend wieder in den sozialen Wohnungsbau investiert werden, damit angemessener Wohnraum für alle Schichten der Bevölkerung wieder verfüg- und bezahlbar wird!
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