Sichere Arbeit gibt es nur ohne prekäre Arbeitsverhältnisse


Polarisierung auf dem Arbeitsmarkt ist hausgemacht

„Die Polarisierung auf dem Arbeitsmarkt ist keine zwangsläufige Entwicklung, sondern das Ergebnis neoliberalen Politik. Gute Arbeit und faire Löhne erreicht man nicht, wenn man Deregulierung und Flexibilisierung praktiziert und prekäre Beschäftigungsformen toleriert. Neben den Mitbestimmungsrechten von Beschäftigten im Betrieb ist das soziale Sicherungsnetz auszubauen.

Erst wenn die Beschäftigten sich auf beides verlassen können, können sie schlechte Arbeitsbedingungen ablehnen und die Arbeitgeber müssen bessere Arbeitsbedingungen anbieten“, kommentiert Jutta Krellmann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Arbeit und Mitbestimmung, die heute in Berlin vorgestellten arbeitsmarktpolitischen Ratschläge der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Krellmann weiter:

„Genügend gute Arbeitsplätze schafft man nur durch Umverteilung der Arbeitszeit. Arbeit für alle gibt es nur ohne Schuldenbremse und durch eine Kräftigung der Binnennachfrage. Die Stärkung der Gewerkschaften und der Tarifbindung garantiert, dass man von seiner Arbeit auch leben kann. Sichere Arbeit gibt es nur ohne prekäre Arbeitsverhältnisse und gesunde Arbeit nur mit einer Anti-Stress-Verordnung. Die nationale und internationale Konkurrenz der Unternehmen darf nicht über schlechte Arbeitsbedingungen ausgetragen werden. Auf entsprechende Initiativen darf man bei einer Arbeitsministerin Andrea Nahles allerdings nicht hoffen, wie sich heute wieder einmal gezeigt hat.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

13. Juni 2017

1 Kommentar

  1. Willi Freundlich (Pseudonym)

    14. Juni 2017 um 13:29

    Der Kapitalismus beherrscht uns alle. Unter seiner Knute steht alles und jedes, stehen alle Völker, die Regierungen und jeder Einzelne. Zu uns ist der Absolutismus zurückgekehrt. Das System ist das gleiche, nur die Namen haben sich geändert. Wie damals der Bauernstand für den Adel frohnte, schuftet heute jeder Arbeitnehmer und Arbeitgeber für die Hype der Banken und Finanzjongleure.
    Damals wie heute gilt die aus der Religion verballhornte Formel: Wer hat, dem wird gegeben, wer nichts hat, dem wird das Weinge genommen. Und im Übrigen kann man durch Spekulation und das (neu-deutsche) Hedging mehr Geld verdienen als durch Arbeit und Dienstleistung.

    Schuldenmachen ist keine Lösung. Denn für das was der Staat mehr frisst als er hat, müssen später unsere Kinder und Enkelkinder frohnen. Die Lösung ist eine andere:

    Die Spekulationswut mit nur mehr in Bytes und Bits begründeten Kapitals und Geldwerten hat schon heute astronomische Höhen erreicht und gleicht dem Turmbau zu Babel. Und wie dieser wird auch jenes in sich zusammen fallen. Die Frage ist nicht mehr das Ob, die Frage ist nur noch das Wann.

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