Seltene Anomalie nicht erkannt – Arzt haftet nicht für ungewollte Schwangerschaft

Hamm/Berlin (DAV). Erkennt ein Arzt eine sehr seltene Anomalie nicht und wird die Patientin deswegen ungewollt schwanger, muss der Mediziner nicht haften. So entschied das Oberlandesgericht Hamm am 29. Mai 2015 (AZ: 26 U 2/13), wie Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

Die Frau hatte sich eine Spirale einsetzen lassen. Zwei Jahre später wurde sie ungewollt Mutter und klagte gegen ihren Arzt auf Schadensersatz. Er hätte bei der Ultraschalluntersuchung erkennen müssen, dass bei ihr die Anomalie einer doppelten Anlage von Vagina und Uterus vorliege, weswegen die Spirale nicht empfängnisverhütend wirken könne.

Die Richter der zweiten Instanz konnten kein Verschulden des Arztes erkennen. Er habe alle im Zusammenhang mit dem Einsetzen der Spirale gebotenen Untersuchungen durchgeführt. Er hafte auch nicht für eine fehlerhafte Diagnose. Auf die Anomalie habe es keine Hinweise gegeben: Die Frau habe sich seit Jahren in frauenärztlicher Behandlung befunden, ohne dass sich je Anhaltspunkte dafür ergeben hätten. Die Anomalie sei extrem selten und bei Untersuchungen häufig nicht zu erkennen.

Informationen: dav-medizinrecht.de

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltverein

Anmerkung Sozialticker … der Pförtner hätte dies bestimmt erkannt, doch leider ist ja ein ausgebildeter Mediziner nicht dazu in der Lage gewesen und ein OLG gibt dem sogar noch Recht. „Er habe alle im Zusammenhang …“ – eben dies hat er nicht, sonst wäre die Frau ja nicht schwanger geworden. So ist sie nun wohl ein „bisschen“ schwanger – tja, das ist nur in Deutschland möglich. Es darf halt nicht anders sein, als es sein sollte. 🙂

PS: Mit den Wolken hat man sich heute auch große Mühe gegeben … ob die alle auch der deutschen DIN-NORM gerecht geworden sind ??? Fragen über Fragen … 🙂